zurück Familiärer Darmkrebs – besonders riskant

(07.07.2012)

Etwa ein Viertel aller Darmkrebserkrankungen tritt mit familiärer Häufung auf. Das bedeutet, dass nahe Verwandte von Erkrankten ein erhöhtes Risiko haben, ebenfalls von dem Tumorleiden ereilt zu werden. Besonders betroffen sind Familien, in denen eine erbliche Form von Darmkrebs weitergegeben wird. Der Tumor entwickelt sich in diesen Fällen oft schon vor dem 50. Lebensjahr.
„Erstaunlicherweise ist die Sorglosigkeit im Umgang mit dem eigenen Risiko bei Angehörigen von betroffenen Familien relativ hoch“, stellt Dr. Arno Theilmeier vom Berufsverband der niedergelassenen Gastroenterologen (bng) fest. Dabei können gerade diese Menschen in besonderem Maße von der Vorsorge profitieren. Denn ein rechtzeitig entdeckter Darmkrebs kann heute geheilt werden.
Eine Untersuchung des von der Deutschen Krebshilfe geförderten Verbundprojekts ,Familiärer Darmkrebs‘ hat gerade die Tragweite der Problematik beispielhaft vor Augen geführt“, sagt der bng-Experte. „In zwölf betroffenen Familien wurden unter 90 Angehörigen 33 Darmtumoren entdeckt sowie einzelne Krebsfälle an Eierstock, Gebärmutter und in den Harnwegen.“
Ein Darmkrebs in der nahen Verwandtschaft ist ein Grund, sich von einem Gastroenterologen in Bezug auf die eigenen Risiken beraten zu lassen. Wenn eine familiäre oder gar erbliche Form von Darmkrebs diagnostiziert wird, kann dem Betroffenen – im Einzelfall auch bereits vor dem 50. Lebensjahr – eine engmaschige Früherkennungsstrategie angeboten werden.
„So können Tumorvorstufen erkannt und entfernt werden, bevor die Erkrankung einen bösartigen Verlauf nimmt“, so die Dres Emke/Glosemeyer/Müssig