Ernährung bei Laktosemalabsorption

Milchzuckerunverträglichkeit
Die Verwertung von Milchzucker (Laktose) im Dünndarm ist ganz oder teilweise unmöglich. Der Milchzucker kann nicht gespalten werden – er wird von Bakterien verdaut und löst oftmals Blähungen und allgemeine Oberbauchbeschwerden aus.

1. Welche Bedeutung hat dies für die Ernährung?
Die diätetische Therapie besteht im Meiden des ausschließlich in Milch- und Milchprodukten vorkommenden Zuckers. Selbst kleine Mengen an Milchzucker können Unverträglichkeits-reaktionen auslösen. Um Blähungen und allgemeinen Oberbauchbeschwerden vorzubeugen, empfiehlt sich eine leicht verdauliche, nicht blähende Kost.

2. Merkpunkte zum Prinzip der Kost

  • Meiden von Milchzucker
  • Leicht verdauliche, nicht blähende Kost

3. Aufbau der Kost
Zu erfahrungsgemäß blähenden Nahrungsmitteln zählen folgende und sind zu meiden:

  • Gemüse/Salate
  • Schwer verdauliches Gemüse wie
    • Kohlgemüse, z.B. Weißkraut, Sauerkraut, Rotkraut, Rosenkohl, Grünkohl, Wirsing
    • Hülsenfrüchte, z.B. Erbsen, Linsen, Bohnenkerne, Sojabohnenkerne, Maiskörner
    • Zwiebelgemüse, z.B. Lauch, Zwiebeln
    • Paprika, frische Gurke, Rettich, Radieschen
  • Obst
    • Kirschen, Zwetschgen, Pflaumen, Mirabellen, Reineclauden, Weintrauben,
    • Stachelbeeren
  • Brot
    • Grobkörniges Vollkornbrot
  • Milchzucker ist enthalten in
    • Milch (alle Fettstufen) von Kuh, Schaf, Ziege/als Ersatz: Sojamilch
    • Allen aus Milch bzw. Trockenmilch hergestellten Produkten wie Milchmixgetränken, Kakao, Süßspeisen, Pudding usw.
    • Kondensmilch (bis 10% Fettgehalt), Trockenmagermilch- oder Trockenvollmilchpulver, Eiweißkonzentraten
    • Milchprodukten (alle Fettstufen), Dickmilch, Buttermilch, Kefir, Joghurt mit oder ohne Frucht
    • Speisequark (alle Fettstufen) und entsprechenden Zubereitungen
    • Allen Käsesorten außer
      • Hartkäse: Emmentaler, Appenzeller, Parmesan, Bergkäse, alter Gouda
      • Sauermilchkäse: Mainzer Handkäse, Korbkäse, Harzer Roller
    • Margarine kann Milchpulver enthalten
    • Speiseeis, Schokolade, Nougat, Karamellbonbons, Marzipan
    • Handelsüblichen Backwaren, z.B. Kekse, Kuchen, Torten, Brot. Befragen Sie Ihren Bäcker!
    • Einigen Fertigprodukten, denen Milcheiweiß oder Milchzucker zugesetzt ist, z.B. Schmelzkäsezubereitung, Fertiggerichte, Füllungen verschiedener Süßwaren, Fertigdesserts, Fleisch- oder Wurstkonserven, Fischkonserven, Mayonnaisen, fertigen Salatsaucen (achten Sie auf die Zutatenliste!)

Beachten Sie die Zutatenliste auf den Nahrungsmitteln!

4. Praktische Hinweise

  • Als Milchersatz kann zur Herstellung von Kartoffelpüree, Brei und Pudding eine Mischung aus 2 Teilen Wasser und 1 Teil süßer Sahne verwendet werden.
  • Als Kondensmilchersatz kann in kleinen Mengen süße Sahne und laktosefreier pflanzlicher Kaffeeweißer eingesetzt werden.
  • Zur Zubereitung der Speisen ist in kleinen Mengen Crème fraiche geeignet.
  • Minus-L-Produkte enthalten keine Laktose

5. Allgemeines
Viele Fertigprodukte enthalten Milchzucker, Milcheiweiß und Molkepulver.
Achten Sie auf die Zutatenliste!
Unter einer milchzuckerfreien Kost schwinden die Symptome des Laktasemangels.