Laktasemangel

Eine der Domänen für die Anwendung des H2-Atemtests ist die Erfassung einer Laktosemalabsorption, d.h. eines relativen Mangels des in der Dünndarmmukosa vorhandenen Laktose- (Disaccharid aus Glukose-Galaktose) spaltenden Enzyms Laktase.
Gelegentlich wird der Begriff Laktoseintoleranz benutzt, wenn eine nachgewiesene Laktosemalabsorption auch mit Beschwerden einher geht (Meteorismus, Flatulenz, im ausgeprägtesten Fall Diarrhö).
Verglichen mit bioptisch ermittelten Enzymwerten (Laktaseaktivität in der Dünndarmmukosa) wurden Sensitivität und Spezifität von je 100% für den H2-Atemtest ermittelt; der orale Laktosetoleranztest (mit Glukosebestimmung im Serum) zeigte nur eine Sensitivität von 76% und eine Spezifität von 96% .
Ursache einer Laktosemalabsorption ist selten im Kindesalter eine Alaktasie, d. h. ein vollständiges Fehlen der Laktase (Symptome bei der ersten Milchfütterung).
Außerhalb des Säuglingsalters ist beim pathologischen Laktosetoleranztest eine ätiologische Differenzierung erforderlich.
Eine erniedrigte Laktaseaktivität tritt bei etwa 10-15% der erwachsenen Europäer auf, sie ist genetisch bedingt und manifestiert sich zwischen dem 2. und 15. Lebensjahr – dementsprechend wird Milch im Säuglings- und Kindesalter problemlos toleriert.
Außerhalb Europas ist diese Form des genetisch bedingten Laktasemangels mit Milchunverträglichkeit ab dem Jugendalter die Regel, in manchen Regionen der Erde bei bis zu 100% der Bevölkerung, analog der bei den meisten Säugetierarten nach Abschluß der Säugeperiode sistierenden Laktaseaktivität.