Darmspiegelung /(Ileo-)Koloskopie

Die Dickdarmspiegelung (Koloskopie) ist eine Untersuchung des Dickdarms (Kolon) mit einem Spezialendoskop. Dieses sogenannte Koloskop ist ein flexibler Schlauch mit einer Optik (Lichtquelle und Kamera), der über den After in den Darm geschoben wird. Der Arzt kann damit das Innere des Dickdarms betrachten, bei Bedarf Gewebeproben entnehmen (Biopsie) oder kleinere operative Eingriffe durchführen.
Wie funktioniert sie?
Das Koloskop ist ein biegsames Endoskop – ein Gerät mit einer kleine Kamera, die am Ende eines Schlauchs angebracht ist. Der Schlauch hat etwa die Dicke eines kleinen Fingers (10 bis 15 Millimeter) und eine Länge von in der Regel 130 cm. Das Koloskop enthält ein Stablinsensystem zur Vergrößerung, eine Lichtquelle und meist eine Spül- und Absaugvorrichtung. So kann der Arzt den Darm von innen betrachten. Außerdem besitzt es Arbeitskanäle, durch die chirurgische Instrumente für die Entnahme von Gewebeproben oder kleinere operative Eingriffe eingeführt werden können. Oft ist das optische System des Koloskops über eine Kamera mit einem Monitor verbunden.

Wann ist eine Koloskopie notwendig?
Eine Koloskopie dient der Diagnostik verschiedener Krankheiten. Sie wird angewendet bei:

  • Blutungen im Darm;
  • Positivem Hämoccult-Test: Mit diesem Test sind geringe Mengen nicht sichtbaren Blutes im Stuhl nachweisbar;
  • Änderung der Stuhlgewohnheiten wie anhaltender Durchfall (Diarrhoe) oder Verstopfung;
  • Anhaltenden Schmerzen im Bauchbereich;
  • zur Früherkennung von Darmkrebs im Rahmen einer Vorsorgeuntersuchung (vor allem, wenn es in der Familie bereits Fälle von Darmkrebs gab);
  • Im Rahmen der Nachsorge nach Entfernung von Darmpolypen sowie nach einer Darmkrebserkrankung;

Erkrankungen, die sich durch die Koloskopie aufdecken lassen, sind:

  • Darmkrebs
  • Dickdarmpolypen (sie gelten als Vorstufe zu Darmkrebs)
  • Divertikulose (Divertikel = Ausstülpungen der Darmwand) oder Divertikulitis (entzündete Divertikel)
  • Chronisch entzündliche Darmerkrankungen (z.B. Colitis ulcerosa, Morbus Crohn)
  • Akute Entzündungen und Durchblutungsstörungen der Darmwand
  • Anomalien an den Blutgefäßen des Darms

Während der Koloskopie kann der Arzt auch Gewebeproben entnehmen (Biopsie). In einem Labor werden diese untersucht, um eine genaue Diagnose zu erhalten.
Zusätzlich kann der Arzt während der Koloskopie therapeutische Maßnahmen durchführen. Er kann beispielsweise Darmpolypen entfernen (Polypektomie) oder Darmtumore mittels Lasertherapie verkleinern.

Seit Oktober 2002 ist die Darmspiegelung ab dem 56. Lebensjahr (also nach dem 55. Geburtstag) Teil der gesetzlichen Darmkrebsvorsorge. Die Krankenkassen übernehmen die Kosten dafür.
http://www.felix-burda-stiftung.de/darmkrebs


Was ist im Vorfeld zu beachten?
Damit der Arzt das Darminnere während der Untersuchung auch gut sehen kann, muss der Darm im Vorfeld gut gereinigt und von Speise- und Stuhlresten befreit werden. Dazu erhalten Sie ein Abführmittel, das Sie am Tag vor der Untersuchung einnehmen sollen. Anschließend müssen Sie sehr viel trinken.
Am Morgen der Untersuchung dürfen Sie nichts essen, müssen also nüchtern bleiben. Durch weiteres Trinken einer großen Menge mineralhaltiger Spüllösung wird der Darm so lange gereinigt, bis er nur noch klare Flüssigkeit ausscheidet.
Über den genauen Ablauf der Vorbereitung zur Koloskopie werden Sie einer qualifizierten Mitarbeiterin und einem Arzt ( in der Regel von dem Arzt der auch die Untersuchung durchführen wird ) rechtzeitig informiert ( Koloskopievorgespräch ). Sie werden Ihnen auch sagen, was und wie viel Sie am Vortag essen dürfen. Falls Sie bestimmte Medikamente einnehmen, gilt es ebenfalls einiges zu beachten. Die Spülbehandlung kann beispielsweise die Wirkung oraler Verhütungsmittel beinträchtigen. Die Anweisungen bekommen Sie auch schriftlich, damit Sie nichts vergessen. Je genauer Sie sich daran halten, desto verlässlicher sind die Ergebnisse der Untersuchung.
Bei Patienten mit einer akuten Entzündung der Darmwand-Ausstülpungen (akute Divertikulitis) besteht die Gefahr, dass das Koloskop bei der Untersuchung die Darmwand durchstößt (Perforation). In diesem Fall wird der Arzt möglicherweise in der akuten Situation auf eine Koloskopie verzichten und Ihnen eine andere Form der Diagnostik z.B. Labor / Sonographie / Computertomographie ( CT ) anbieten..

Wie läuft die Darmspiegelung ab?
Bei der Untersuchung schiebt der Arzt das Koloskop vorsichtig über den After in den Mastdarm und von dort aus weiter in den Dickdarm vor. Durch das Einblasen von Luft entfaltet sich der Dickdarm und ist so für den Arzt besser einsehbar. Dank der Biegsamkeit des Endoskops kann der Arzt den Windungen des Dickdarms gut folgen und das Koloskop bis zur Mündung des Dünndarms in den Dickdarm schieben. Falls notwendig wird er auch versuchen, das Koloskop ein kurzes Stück (etwa zehn Zentimeter) in den Dünndarm hineinzuschieben.
Die gesamte Untersuchung dauert etwa 20 Minuten. Sie bereitet normalerweise kaum Schmerzen, wird aber oftmals als unangenehm empfunden. Auf Wunsch erhalten Sie im Vorfeld ein beruhigendes und schläfrig machendes (sedierendes) Medikament.

Mögliche Komplikationen
Falls Sie ein sedierendes Mittel eingenommen haben, dürfen Sie für den Rest des Tages nicht Auto fahren. Lassen Sie sich von jemanden nach der Untersuchung abholen und ruhen Sie sich aus. Sedierende Mittel können außerdem bei Menschen mit Herz- und Lungenerkrankungen die Funktion dieser Organe verschlechtern. So werden daher während der gesamten Untersuchung Atmung, Herz und Kreislauf engmaschig überwacht. Eventuell ist in der Praxis noch eine etwas längere Nachbeobachtung nötig.
In sehr seltenen Fällen kann es bei der Dickdarmspiegelung zur Durchstoßung der Darmwand (Perforation) kommen.
Nachblutungen sind möglich, vor allem nach dem Abtragen von gutartigen Geschwulsten der Darmschleimhaut (Darmpolypen). Der untersuchende Arzt wird mit Ihnen immer vor dem verlassen unserer Praxisräumlichkeiten nochmals ein Gespräch führen und Ihnen soweit möglich das Untersuchungsergebnis mündlich und evtl. auch schriftlich ( für Ihren Hausarzt ) mitteilen und Sie auf mögliche noch zu erwartende Komplikationen hinweisen.


Wichtiger Hinweis für alle Patienten, die eine Sedierung / Kurznarkose bei einer endoskopischen Untersuchung wünschen :
Wer für eine endoskopische Untersuchung in unserer Praxis eine Sedierung ( Schlafmittelspritze ) erhalten hat gilt:
Nach einer solchen Behandlung dürfen Sie selbst kein Fahrzeug führen oder selbständig am Straßenverkehr teilnehmen!
Bitte organisieren Sie Ihre Heimfahrt so, dass Sie entweder öffentliche Verkehrsmittel benutzen oder von Angehörigen oder Freunden abgeholt werden können.