Leberpunktion/ – biopsie

Bei einer Leberbiopsie wird eine kleine Gewebeprobe aus der Leber entnommen. Sie wird vor allem bei chronischen Lebererkrankungen eingesetzt. Das entnommene Lebergewebe wird in einem Labor genau feingeweblich untersucht.
Eine Biopsie sichert die Diagnose, steht also nie am Anfang einer diagnostischen Kette.
Zur Diagnose und Verlaufskontrolle folgender Lebererkrankungen kann eine Leberbiopsie erforderlich sein:

  • Bestimmung des Stadiums und der Aktivität einer chronischen Hepatitis;
  • Nachweis von Ursache und Ausmaß einer Fettleber;
  • Abschätzen der Therapiewirkungen, etwa bei einer Hämochromatose (Eisenstoffwechselstörung mit erhöhter Eisenablagerung – unter anderem in der Leber) oder bei Morbus Wilson (Störung des Kupferstoffwechsels).
  • Bei einer Behandlung mit Immunsuppressiva, z.B. bei einer Autoimmunhepatitis.
  • Zur Unterscheidung, ob in der Leber nachgewiesene Knoten gutartig oder bösartig sind.

Was ist im Vorfeld zu beachten?
Sie sollten nüchtern zu der Untersuchung erscheinen, das Sie dürfen einige Stunden zuvor weder etwas essen noch trinken.
Vor der Leberbiopsie wird eine Blutuntersuchung durchgeführt, um bestimmte Erkrankungen auszuschließen. Bei Menschen mit Gerinnungsstörungen ist Zurückhaltung bei der Leberbiopsie geboten. Deshalb ist es auch besonders wichtig, dass Sie etwa zehn Tage vor der Untersuchung keine Medikamente einnehmen, welche die Zusammenlagerung von Blutplättchen hemmen z.B. ASS, Clopidrogel, Marcumar.

Wie wird eine Leberbiopsie durchgeführt?
Der Patient liegt zur Entnahme der Leberprobe auf dem Rücken, die rechte Hand unter dem Kopf.
Mittels Ultraschall wird die Einstichstelle (Punktionsstelle) festgelegt. Nach der Desinfektion der Haut an dieser Stelle wird ein Mittel zur örtlichen Betäubung eingespritzt. Dann schiebt der Arzt eine dünne Hohlnadel zwischen zwei Rippen durch die Haut und die Zwischenrippenmuskulatur in die Leber vor (Punktion). Der Patient soll dabei nach maximaler Ausatmung die Luft anhalten. Durch den Sog, den eine auf die Hohlnadel aufgesetzte Spritze erzeugt, wird ein kleines Gewebestück aus der Leber entnommen. Die Hohlnadel wird sofort wieder aus der Leber zurückgezogen. Die Punktion dauert also höchstens eine Sekunde.
Die Gewebeprobe wird anschließend in ein spezielles Gefäß gegeben und in einem Labor untersucht. Bei manchen Fragestellungen wird das Lebergewebe unter Ultraschallkontrolle gezielt entnommen.
Bei Bedarf kann für die Zeit der Untersuchung auch ein Schmerz- oder Beruhigungsmittel verabreicht werden.
Nach der Gewebeentnahme wird ein Druckverband angelegt. Sie sollten nach einer Leberbiopsie etwa noch vier Stunden in der Praxis überwacht werden. Legen Sie sich anfangs auf die rechte Seite, unter die Punktionsstelle wird ein kleiner Sandsack gelegt. Dadurch wird Druck erzeugt, der eine Blutung verhindert.

Mögliche Komplikationen
Sehr selten können unter anderem folgende Komplikationen auftreten:

  • Blutungen und Blutergüsse,
  • Bauchfellentzündung (Peritonitis),
  • Infektionen,
  • Verletzung von Haut, Weichteilen, Nerven oder benachbarten Organen,
  • Überempfindlichkeitsreaktion auf das örtliche Betäubungsmittel,
  • Herz-Kreislaufstörungen bei der Gabe von Schmerz- oder Beruhigungsmitteln