Informationen

Patientenaufklärung

Hier finden Sie zu Ihrer Information beispielhaft die von uns verwendeten Aufklärungsbögen über die in unserer Praxis angebotenen Untersuchungen. Diese Informationen ersetzen kein Aufklärungsgespräch.

Erschienen im Aufklärungssystem der Thieme Compliance GmbH, Am Weichselgarten 30, 91058 Erlangen.

Vorbereitung zu Untersuchungen

H2-Atemtest Vorbereitung
Ab 18.00 Uhr am Vorabend sollten Sie:

  • nichts mehr essen
  • nichts mehr trinken (Ausnahme: kohlensäurefreies Wasser) bis 22 Uhr
  • nicht rauchen
  • keine Bonbons lutschen oder Kaugummi kauen

Die letzte Mahlzeit vor 18.00 Uhr am Vorabend sollte kohlenhydratarm sein (keine Weißmehlprodukte wie z.B. Nudeln, Toastbrot, Kartoffeln).

Untersuchungsmorgen:
Die Zähne sollen am Untersuchungsmorgen nur gründlich mit Wasser (ohne Zahnpasta) geputzt werden.

Bitte finden Sie sich am Untersuchungstag um 8 Uhr absolut nüchtern (bitte auch nicht rauchen) in unserer Praxis ein.

Merkblatt zur Darmkrebsfrüherkennung

Bundesausschuss der Ärzte und Krankenkassen

Sehr geehrte Patientin, sehr geehrter Patient!
Früh erkannt heißt meist besser heilbar. Auch der Dickdarm- bzw. Enddarmkrebs (der Arzt spricht von kolorektalen Karzinomen), der in Deutschland die zweithäufigste Krebstodesursache ist, hat durch Früherkennung viel von seinem bisherigen Schrecken eingebüßt.

Das Programm zur Früherkennung kolorektaler Karzinome bietet nunmehr mit dem zusätzlichen Angebot der Darmspiegelung (Koloskopie) die Chance, bereits Vorstufen von Krebs zu entdecken und zu entfernen, so dass Krebs gar nicht mehr erst entstehen muss.

Es werden zwei verschiedene Untersuchungsmethoden der Früherkennung angeboten. Vielleicht haben Sie sogar schon davon gehört bzw. haben schon eine mitgemacht.

Der Papierstreifentest (Okkultblut-Test)
Hierbei wird der Stuhlgang über 3 Tage auf minimale, mit dem Auge nicht sichtbare Blutspuren untersucht. Sie müssen zu Hause kleine Stuhlproben auf einen vorgefertigten Teststreifen (den Sie zuvor von Ihrem Arzt erhalten) aufbringen und diese dann in Ihrer Arztpraxis abgeben. Das Labor kann dann selbst kleinste Blutbeimengungen im Stuhl feststellen, was auf einen möglichen Dickdarmkrebs hinweisen kann.
Wobei wir bereits beim Problem wären: Der Papierstreifentest ist nicht perfekt. Blutspuren im Stuhl können viele Ursachen haben, wie z. B. Blutungen aus Hämorrhoiden (ein positiver Test ist jedoch selbst bei blutenden Hämorrhoiden meist ein Hinweis auf eine andere Blutung im Magen-Darm-Bereich und nicht auf die Hämorrhoiden). Und manchmal zeigt der Test nach dem Verzehr von bestimmten Nahrungsmitteln (z.B. manchen Gemüsearten, Fleisch) und Medikamenten (Eisentabletten, Aspirin, Vitamin C etc.) fälschlicherweise die gleiche Reaktion wie bei Blutspuren an, obwohl kein Blut im Stuhl ist.

Ein negativer Test, d. h. kein Blutnachweis im Stuhl, ist auch kein sicherer Beweis, dass kein Dickdarmkrebs vorliegt, denn ein Tumor kann, muss aber nicht immer bluten.

Daher sollten Sie wissen: Auch mit einem unauffälligen Testergebnis gilt es, auf Auffälligkeiten beim Stuhlgang zu achten – insbesondere auf sichtbare Blutspuren – , aber auch auf neu aufgetretenen Durchfall oder Verstopfung. Dann sollten Sie Ihren Arzt aufsuchen.

Trotzdem bleibt diese einfache Testart eine sinnvolle Einrichtung zur unkomplizierten aber eben auch störanfälligen Früherkennung eines Dickdarmkrebses. Vorausgesetzt man hält sich an den jährlichen Turnus ab dem 50. Lebensjahr.

Statistiken haben gezeigt, dass – bei jährlicher Teilnahme – gemessen über einen Zeitraum von 10 Jahren, bei jedem dritten Teilnehmer ein positives Testergebnis zu finden ist. Positives Testergebnis heißt, dass Blut im Stuhl festgestellt wurde. Das heißt aber nicht zwangsläufig, dass Darmkrebs die Ursache dafür ist. Meist sind es andere Dinge – siehe oben – , die zu einem solchen Befund führen. Dennoch muss in einem solchen Fall eine Darmspiegelung zur Abklärung durchgeführt werden. Meistens stellt sich dann heraus, dass kein Darmkrebs vorliegt und alles in Ordnung ist.

Ab dem Alter von 55 Jahren nimmt die Häufigkeit von Darmkrebs deutlich zu. Der Papierstreifentest mit seiner Schwäche, nicht jeden Krebs zu entdecken, kommt diesem erhöhten Risiko nur ungenügend nach. Die Krankenkassen bieten dazu eine genauere, deutlich verlässlichere Früherkennungsuntersuchung an: Die Darmspiegelung (Koloskopie).

Die Darmspiegelung (Koloskopie)
Diese Art der Früherkennung umfasst eine genaue und vollständige Untersuchung des gesamten Dickdarms, wobei sogar sehr frühe Vorstadien (die sog. Polypen) eines möglichen Dickdarmkrebses festgestellt und entfernt werden können. Es dauert mindestens 5 bis 10 Jahre bis aus Polypen Krebs entstehen kann. Bis zum Wachstum des Dickdarmkrebses und ersten Auftreten von Beschwerden können dann nochmals bis zu 10 Jahre vergehen. Darum reicht auch eine Darmspiegelung alle 10 Jahre, um eine mögliche Krebsentwicklung rechtzeitig zu erkennen. Bereits während der Untersuchung lassen sich alle Vor- und Frühstadien restlos abtragen: Hier kann dann kein Krebs mehr entstehen.

Diese hohe Sicherheit hat leider auch ihre Kehrseite. Die Untersuchung ist unangenehm und manchmal schmerzhaft.
Das Untersuchungsinstrument, ein Koloskop, ist ein dünner, biegsamer Schlauch und wird in Ihren After eingeführt und im Darm Stück für Stück hochgeführt. An der Spitze des Schlauches befindet sich eine Art winzige „Kamera“ mit der ihr Arzt den gesamten Darm schrittweise untersuchen kann. Mit einer kleinen Schlinge können die bereits genannten Polypen bei der Untersuchung unkompliziert entfernt werden.
Selbstverständlich muss Ihr Darm für diese Untersuchung vollständig entleert sein. Dazu müssen Sie für 3 Tage vor der Untersuchung auf schwere Kost verzichten und einen Tag vor der Untersuchung ein Abführmittel einnehmen. Ein Einlauf, kurz vor der Untersuchung ist nur dann notwendig, wenn Ihr Darm nicht restlos entleert ist. Hier kommt es also auf Ihre gute Vorbereitung und Mitarbeit an.

Wie Sie sich denken können, birgt die Darmspiegelung natürlich ein gewisses Risiko. Das Untersuchungsinstrument kann manchmal leichte Blutungen erzeugen. In ganz, ganz seltenen Fällen kann es zu lebensbedrohlichen, mitunter tödlichen Komplikationen wie dem Durchstechen des Darms kommen. Fachleute schätzen dieses Risiko mit 1:10 000 ein. Im Vergleich zum Risiko ohne Früherkennung an Darmkrebs zu sterben, ist dies ein kleines Risiko. Denn ab einem Alter von 55 Jahren beträgt das Risiko in den nächsten 25 Jahren an Darmkrebs zu sterben 1:33, also einer von 33 Personen stirbt daran.

Übersicht über die von den Krankenkassen angebotenen Darmkrebsfrüherkennungsuntersuchungen:

Alter Art Turnus  Vorteil  Nachteil
50-54 Papierstreifentest jährlich einfache, unkomplizierte Handhabung geringe Sicherheit, mit dem Alter steigendes Restrisiko
ab 55 Papierstreifentest nur, wenn das Koloskopieangebot nicht in Anspruch genommen wird 2-jährlich einfache, unkomplizierte Handhabung nicht blutende o. kleine Karzinome werden möglicherweise nicht erfasst; (Falsch-)positive Ergebnisse müssen auch durch eine Darmspiegelung abgeklärt werden
ab 55 Darmspiegelung  zweite Koloskopie 10 Jahre nach der ersten sehr große Sicherheit, Entfernung der Vorstufen von Darmkrebs aufwendige, eher unangenehme Untersuchung

Selbstverständlich ist es Ihnen überlassen, welche Art der Früherkennung sie ab dem 55. Lebensjahr wählen. Lassen Sie sich hierzu nochmals in allen Einzelheiten von Ihrem Hausarzt ausführlich beraten. Wichtig ist nur, dass Sie überhaupt die Chance ergreifen, Darmkrebs früh zu erkennen oder erst gar nicht entstehen zu lassen.

Generell gilt natürlich, dass sie jede Art von Darmbeschwerden oder Blut im Stuhlgang auf dem direkten Weg Ihrem Arzt mitteilen, unabhängig von den oben beschriebenen Möglichkeiten der Früherkennungen.


Ernährung

Es gibt Krankheiten, die wir nicht beeinflussen können doch viele Menschen sind sich nicht bewusst darüber, dass Gesundheit in großem Maße eine Frage der richtigen Ernährung ist. Eine gesunde, ausgewogene Ernährung kann einige Krankheiten mit möglicherweise schwerwiegenden Folgeerscheinungen verhindern.

Eine gesunde Ernährung trägt entscheidend zu unserer Gesundheit und Fitness bei. Neben Sport und Bewegung hilft eine gesunde Ernährung, Krankheiten wie Übergewicht, Gicht, Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorzubeugen.

Bei bestimmten Krankheitsbildern können entsprechende Diäten die Krankheitssymptomatik deutlich lindern bzw. die Krankheit ganz ausheilen lassen z.B. bei der einheimische Sprue.

Wir haben hier für Sie einige Ernährungsempfehlungen zusammengestellt.

Ernährung bei Eisenmangel

Eisenmangel gehört zu den häufigsten Mangelkrankheiten überhaupt. Aber nicht nur in den Ländern der Dritten Welt kennt man dieses Problem, sondern auch in den Industriestaaten. Von einer Eisenmangelanämie spricht man, wenn der Hämoglobinwert bei unter 12 g/dL liegt. Die Symptome reichen von Blässe und Müdigkeit bis hin zu Kopfschmerzen, Haarausfall und Blockierung der Blutbildung.

Da der Körper Eisen aus Nahrung besser verwerten kann als solches aus Tabletten, empfiehlt es sich, folgende Nahrungsmittel verstärkt in den Speiseplan aufzunehmen.
Allerdings muss man zwischen pflanzlichem Eisen und Eisen in Fleisch, Fisch und Geflügel unterscheiden.
Das pflanzliche Eisen kann im Darm nur schwer weiter verarbeitet werden, so dass die aufgenommene Menge sehr groß sein muss.
Für Eisen aus Fleisch, Fisch und Geflügel hingegen hat unser Körper eigene Rezeptoren, die für eine sehr gute Aufnahme sorgen. Diese Rezeptoren sind ebenfalls für Eisen aus Milch und Käse vorhanden, auch wenn die darin enthaltene Menge Eisen eher gering ist.

Gemüse
Bei Eisenmangel sollten folgende Gemüsesorten regelmäßig und reichlich auf dem Speiseplan stehen: Spinat, Rosenkohl, Rote Beete, Pfifferlinge, Wirsing, Feldsalat, Möhren, Erbsen, Linsen, Petersilie (getrocknet), Grüne Minze, Thymian (getrocknet), Prinzessbohnen und Kürbiskerne.

Getreide
Folgende Getreidesorten und -produkte sind empfehlenswert: Hirse, Amaranth, Haferflocken, Knäckebrot, Sesam, Weizenkleie, Roggennvollkorn und Roggenbrot.

Fleisch
Schwein, Geflügel und Rind sind besonders gut geeignet. So enthält beispielsweise die Schweineleber 22,1 Milligramm Eisen pro 100 Gramm, ein Schweinefilet 4,5 Milligramm pro 100 Gramm. Geflügel hat immerhin noch einen Gehalt von etwa drei Milligramm pro 100 Gramm Fleisch.

Fisch
Lachs und Thunfisch sind ebenfalls sehr gute Eisen-Lieferanten.

Obst
Bei Obst sollte man die sogenannten “roten Früchte“ wie Erdbeeren und Johannisbeeren bevorzugen.

Weitere eisenhaltige Nahrungsmittel:
Einen relativ hohen Gehalt an Eisen haben außerdem Sonnenblumenkerne, Haselnüsse, Zuckerrübensirup, Mohn und Austern.
Die Lebensmittelindustrie versetzt viele ihrer Produkte mit Eisen und Vitaminen. So lohnt sich ein Blick auf die Verpackungsbeschreibung. Kakao liefert zum Beispiel Eisen. Auch viele Cornflakessorten sind besonders eisenhaltig. In der Babyabteilung der Supermärkte findet man sogenannte „rote Säfte“, die ebenfalls besonders eisenhaltig sind und die Blutbildung anregen.
Generell gilt:
Das Eisen in Lebensmitteln kann zusammen mit Vitamin-C-haltigen (zum Beispiel ein Glas Orangensaft oder Paprika) vom Körper besser resorbiert werden. Vermieden werden hingegen sollten Lebensmittel, die Gerbsäure enthalten (Schwarzer und Grüner Tee, Wein, Weintrauben) sowie Knoblauch und Zwiebeln.

Tabelle : Eisengehalt verschiedener Nahrungsmittel

Lebensmittel Eisen(mg/100g)
Petersilie, getrocknet 97,8
Grüne Minze, getrocknet 87,5
Brennnesseln, getrocknet 32,2
Schweineleber 22,1
Thymian, getrocknet 20,0
Zuckerrübensirup 13,0
Kakaopulver 12
Kürbiskerne 11,2
Schweineniere 10,0
Hirse 9,0
Sojabohnen 8,6
Leinsamen 8,2
Kalbsleber 7,9
Amaranth 7,6
Pfifferlinge 6,5
Blutwurst 6,4
Sonnenblumenkerne 6,3
Weiße Bohnen 6,1
Austern 5,8
Leberwurst 5,3
Aprikosen, getrocknet (geschwefelt) 5,0
Erbsen 5,0
Knäckebrot 4,7
Haferflocken 4,6
Spinat 4,1
Brennnessel 4,1
Corned Beef 4,1
Haselnuss 3,8
Vollkornbrot 3,3
Rindfleisch 3,2
Schweinefleisch 3,0
Geflügel 2,6
Ernährung bei Laktosemalabsorption

Milchzuckerunverträglichkeit
Die Verwertung von Milchzucker (Laktose) im Dünndarm ist ganz oder teilweise unmöglich. Der Milchzucker kann nicht gespalten werden er wird von Bakterien verdaut und löst oftmals Blähungen und allgemeine Oberbauchbeschwerden aus.

1. Welche Bedeutung hat dies für die Ernährung?
Die diätetische Therapie besteht im Meiden des ausschließlich in Milch- und Milchprodukten vorkommenden Zuckers. Selbst kleine Mengen an Milchzucker können Unverträglichkeits-reaktionen auslösen. Um Blähungen und allgemeinen Oberbauchbeschwerden vorzubeugen, empfiehlt sich eine leicht verdauliche, nicht blähende Kost.

2. Merkpunkte zum Prinzip der Kost

  • Meiden von Milchzucker
  • Leicht verdauliche, nicht blähende Kost

3. Aufbau der Kost
Zu erfahrungsgemäß blähenden Nahrungsmitteln zählen folgende und sind zu meiden:

  • Gemüse/Salate
  • Schwer verdauliches Gemüse wie
    • Kohlgemüse, z.B. Weißkraut, Sauerkraut, Rotkraut, Rosenkohl, Grünkohl, Wirsing
    • Hülsenfrüchte, z.B. Erbsen, Linsen, Bohnenkerne, Sojabohnenkerne, Maiskörner
    • Zwiebelgemüse, z.B. Lauch, Zwiebeln
    • Paprika, frische Gurke, Rettich, Radieschen
  • Obst
    • Kirschen, Zwetschgen, Pflaumen, Mirabellen, Reineclauden, Weintrauben,
    • Stachelbeeren
  • Brot
    • Grobkörniges Vollkornbrot
  • Milchzucker ist enthalten in
    • Milch (alle Fettstufen) von Kuh, Schaf, Ziege/als Ersatz: Sojamilch
    • Allen aus Milch bzw. Trockenmilch hergestellten Produkten wie Milchmixgetränken, Kakao, Süßspeisen, Pudding usw.
    • Kondensmilch (bis 10% Fettgehalt), Trockenmagermilch- oder Trockenvollmilchpulver, Eiweißkonzentraten
    • Milchprodukten (alle Fettstufen), Dickmilch, Buttermilch, Kefir, Joghurt mit oder ohne Frucht
    • Speisequark (alle Fettstufen) und entsprechenden Zubereitungen
    • Allen Käsesorten außer
      • Hartkäse: Emmentaler, Appenzeller, Parmesan, Bergkäse, alter Gouda
      • Sauermilchkäse: Mainzer Handkäse, Korbkäse, Harzer Roller
    • Margarine kann Milchpulver enthalten
    • Speiseeis, Schokolade, Nougat, Karamellbonbons, Marzipan
    • Handelsüblichen Backwaren, z.B. Kekse, Kuchen, Torten, Brot. Befragen Sie Ihren Bäcker!
    • Einigen Fertigprodukten, denen Milcheiweiß oder Milchzucker zugesetzt ist, z.B. Schmelzkäsezubereitung, Fertiggerichte, Füllungen verschiedener Süßwaren, Fertigdesserts, Fleisch- oder Wurstkonserven, Fischkonserven, Mayonnaisen, fertigen Salatsaucen (achten Sie auf die Zutatenliste!)

Beachten Sie die Zutatenliste auf den Nahrungsmitteln!

4. Praktische Hinweise

  • Als Milchersatz kann zur Herstellung von Kartoffelpüree, Brei und Pudding eine Mischung aus 2 Teilen Wasser und 1 Teil süßer Sahne verwendet werden.
  • Als Kondensmilchersatz kann in kleinen Mengen süße Sahne und laktosefreier pflanzlicher Kaffeeweißer eingesetzt werden.
  • Zur Zubereitung der Speisen ist in kleinen Mengen Crème fraiche geeignet.
  • Minus-L-Produkte enthalten keine Laktose

5. Allgemeines
Viele Fertigprodukte enthalten Milchzucker, Milcheiweiß und Molkepulver.
Achten Sie auf die Zutatenliste!
Unter einer milchzuckerfreien Kost schwinden die Symptome des Laktasemangels.

Ernährung bei Fruktosemalabsorption

Hierunter ist eine ungenügende Aufnahme (Resorptionsinsuffizienz) der Fruktose (Fruchtzucker) im Dünndarm zu verstehen, wodurch oftmals Blähungen und allgemeine Oberbauchbeschwerden ausgelöst werden. Es empfiehlt sich eine leicht verdauliche, nicht blähende Kost.

Was ist eine Fruktoseintoleranz?
Fruktose (Fruchtzucker) ist ein Monosaccharid (Einfachzucker). Fruktose wird üblicherweise nur langsam im Darm aufgenommen. Bei einigen Menschen (etwa 2-5% der Bevölkerung) geschieht dies noch langsamer, weshalb sie bereits bei relativ geringen Mengen Beschwerden bekommen. Es handelt sich dabei nicht um eine Allergie. Dies ist sehr wichtig. Bei einer Allergie können nämlich manchmal geringste Spuren eines Allergens zu einer bedenklichen, im Extremfall sogar lebensbedrohlichen allergischen Reaktion führen.
Bei der Fruktoseintoleranz ist dies anders. Hier werden abhängig von der Ausprägung der Fruktoseintoleranz mitunter noch bedeutsame Mengen gut vertragen. Erst wenn eine bestimmte Schwelle, die individuell sehr unterschiedlich sein kann, überschritten wird treten die oben erwähnten Symptome auf. Während der Erwachsene ohne Fruktoseintoleranz 30 g oder mehr gut vertragen kann, führt diese Menge bei der Fruktoseintoleranz zu besagter Symptomatik. Die Schwelle kann bei 10 g liegen oder schon bei 5 g. Sehr Empfindliche bemerken bereits bei einer Menge von 1 g oder weniger deutliche Beschwerden.
Die individuelle Verträglichkeit (Toleranz) ist sehr unterschiedlich; kleine Mengen werden in aller Regel gut toleriert.

Ernährungstherapie

  • Einschränkung von Fruktose (Fruchtzucker).
  • Häufig kleine Mahlzeiten: 5-6 Mahlzeiten pro Tag im Sinne einer ausgewogenen Ernährung.
  • Es ist darauf zu achten, dass in vielen Medikamenten (Säften, Tropfen, Dragee-Mänteln) Fruktose und Saccharose (Haushaltszucker) enthalten sein können.

Ernährungsrichtlinien

  • Bedarfsgerechte Nährstoff- und Energiezufuhr.
  • Leicht verdauliche, nicht blähende Kost.
  • Alle fruktosehaltigen Nahrungsmittel sind zu meiden.
  • Zum Süßen Glucose (Traubenzucker) und/oder Süßstoff in Tabletten- oder flüssiger Form verwenden.
  • Auch alle sorbithaltigen Nahrungsmittel (z.B. Diabetikergebäck/zuckerfreie Süßigkeiten) sind nicht geeignet (Sorbit wird in Fruktose umgewandelt).
  • Von industriell hergestellten Nahrungsmitteln und Fertigprodukten sind genaue Analysen notwendig.
  • Ggfs. medikamentöse Vitamin- und Mineralstoffzufuhr.

Nahrungsmittelauswahl

  • Obst und daraus hergestellte Erzeugnisse sind wegen des hohen Fruktosegehaltes zu meiden.
  • Nicht geeignet sind: Fruchtzucker, Rohr- und Rübenzucker, Honig, Sorbit und Süßigkeiten aller Art.
  • Die Gemüseportion ist pro Tag auf 150g beschränkt, wobei alle Gemüse mit einem höheren Gehalt an Fruktose als 2g/100g nicht geeignet sind. Dazu gehören: Grünkohl, Kohlrabi, Kürbis, Möhren, Paprikaschote, Lauch, Rote Bete, Rosenkohl, Rotkohl, Weißkohl und Zwiebeln.
  • Als allgemein blähstoffarme und somit geeignete Gemüse sind zu nennen: Artischocke, Aubergine, Bambussprossen, Blattsalate (Kopf-, Eichblatt-, Feldsalat, Bataviasalat etc.), Blumenkohlröschen, Bohnen (grün, fein), Brokkoli, Chicoree, Chinakohl, Fenchel, Gurken (gegart), Knollensellerie, Mangold, Pilze (Champignons, Egerlinge, Pfifferlinge etc.), Schwarzwurzel, Sojakeimlinge, Spargel (grün, weiß), Spinat, Staudensellerie, Teltower Rübchen, Tomate, weiße Rübe, Zucchini.
    • Zu den blähstoffreichen und somit allgemein schwer verdaulichen zählen: Bohnenkerne, Erbsen, Grünkohl, Gurke (roh), Lauch, Linsen, Mais, Paprika, Radieschen, Rettich, Rhabarber, Rosenkohl, Rotkohl, Sauerkraut, Weißkohl, Wirsing, Zwiebel.
    • Speisekartoffeln sind fruktosehaltig und auf eine Menge von maximal 150g/Tag zu beschränken.

In Kombination von Fruktose und Sorbit können sich bereits kleine Mengen um ihre Wirkung nicht nur addieren, sondern multiplizieren!

Hier eine Liste mit dem Fruktosegehalt wichtiger Lebensmittel: (g/100 g):

Haushaltszucker 50
Diabetikerkonfitüren bis zu 50
Nussnougatcremes bis zu 50
Honig 40
Trockenobst 25-40
Schokolade ca. 25
Liköre bis zu 25
Tomatenketchup 12
Weine bis zu 10
Ananas, Äpfel, Banane, Birne, Honigmelone, Mango, Pflaume, Süßkirsche, Weintraube 5-10
Beeren, Kiwi, Orange, Pfirsich, Sauerkirsche, Stachelbeere 2-5
Karotte, rote Bete, Soja, Süßkartoffel, Zwiebel 2-5
Aubergine, Blumenkohl, Brokkoli, Chicoree, Grünkohl, Gurke, Kohlrabi, Kürbis, Paprika, Rotkohl, Schwarzwurzel, Spargel, Tomate,Weißkohl, Zitrone, Zucchini, Zuckermais  1-2
Avocado, Champignon, Endivien, Erbsen, Feldsalat, Kartoffel, Kopfsalat, Papaya, Rhabarber, Spinat, Radieschen, Rettich unter 1
Weizenkeime 7,5
Vollkornreis, -hafer, -roggen, -gerste, – weizen unter 1
Fleisch, Fisch, Eier unter 1
Bier, Rotwein unter 1
Mineralwasser, Kaffee, ungesüßter Tee 0

Lebensmittel mit einem Gehalt unter 1g/100g werden meist vertragen, bei den anderen je
nach Ausprägung der Fruktoseintoleranz oder geringe oder geringste Mengen.
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Ernährung bei Sorbitmalabsorption

Sorbitintoleranz
Unverträglichkeit von Sorbit

1. Welche Bedeutung hat dies für die Ernährung?
Sorbit als Süßungsmittel und sorbitreiche Nahrungsmittel sind grundsätzlich zu meiden. Kleine Mengen Sorbit (meist 10-20 g Sorbit/Tag, gelegentlich auch weniger) werden oftmals toleriert. Um Blähungen und allgemeinen Oberbauchbeschwerden vorzubeugen, empfiehlt sich eine leicht verdauliche, nicht blähende Kost.

2. Merkpunkte zu Prinzipien der Kost

  • Meiden von Sorbit und sorbithaltigen Nahrungsmitteln
  • Leicht verdauliche, nicht blähende Kost

3. Ballaststoff- und blähstoffarme Obst- und Gemüsesorten
(siehe 5.)

4. Auswahl der Nahrungsmittel
Sorbitreich und somit ungeeignet sind folgende Nahrungsmittel:

  • Sorbit als Süßungsmittel:
  • z.B. Sionon, Flarom, Diabetiker-Süßungsmittel
  • Diätetische Nahrungsmittel, mit Sorbit hergestellt: zB Diabetiker-Marmeladen, Diabetiker-Süßigkeiten, Diabetiker-Gebäck
  • Von Natur aus sorbitreiche Obstsorten:
    • Äpfel, Birnen, Kirschen, Pflaumen, Pfirsiche, Datteln, Steinobst wie Mirabellen, Aprikosen, Nektarinen, sämtliche aus diesen Obstsorten hergestellten Fruchtsäfte
  • Von Natur aus sorbitarme Obstsorten:
    • Beerenobst wie Erdbeeren, Himbeeren, Brombeeren, Heidelbeeren, Johannisbeeren, Stachelbeeren, Zitrusfrüchte, Bananen, Ananas, Kiwi
  • Sorbit als Umhüllung von:
    • Sultaninen, Rosinen und Trockenobst bzw. Dörrobst
  • Sorbit in Süßigkeiten:
    • Kaugummi, Gummibärchen, Geleefrüchte, Bonbons, Schokoriegel, gefüllte Waffeln, Schokolade usw.
  • Sorbit, um Trockenprodukte rieselfähig zu halten, z.B. in Grieß, Puddingpulver, Puderzucker usw.- Sorbit wird hier jedoch nur in extrem geringen Mengen eingesetzt.

5. Weitere Hinweise
Es empfiehlt sich, die Analysen der Nahrungsmittel zu beachten. Auf abgepackten Nahrungsmitteln ist die jeweilige Zutatenliste aufgeführt. Sie gibt Aufschluß über die Bestandteile bzw. Zusatzstoffe. Sorbit wird auch als E-Nummer angegeben: E 420=Sorbit.
Obst- und Gemüsesorten
gegliedert nach:

  • ballaststoffarm, leicht verdaulich
  • ballaststoffreich, blähend

Obst

  • blähstoffarme/ballaststoffarme Sorten: Ananas, Apfel, *Apfelsine, Aprikose, Avocado, Banane, Birne, *Brombeere, Erdbeere, *Feige (frisch), *Grapefruit, Guave, *Heidelbeere, *Himbeere, *Holundrbeere, Kiwi, Litschi, *Mandarine, Mango, Melone (Netz-, Wasser-, Honigmelone), Nektarine, Papaya, *Passionsfrucht, Pfirsich, *Preiselbeere, *Quitte, *Zitrone.
  • blähstoffreiche/ballaststoffreiche Sorten: Johannisbeere (rot, schwarz), Kirsche (süß, sauer), Mirabelle, Pflaume, Reineclauden, Stachelbeere, Trockenobst (Rosinen, Aprikose, Feige etc.), Weintraube, Zwetschge.

Gemüse

  • blähstoffarme/ballaststoffarme Sorten: Artischocke, Aubergine, Bambussprossen, *Blattsalate (Kopf-, Eichblatt-, Feldsalat, Bataviasalat etc.), Blumenkohlröschen, Bohnen (grün, fein), Brokkoli, Chicoree, Chinakohl, Fenchel, Gurken (gegart), Karotten, Knollensellerie, Kohlrabi, Kürbis, Mangold, Pilze (Champignons, Egerlinge, Pfifferlinge etc.), Rote Bete, Schwarzwurzel, Sojakeimlinge, Spargel (grün, weiß), Spinat, Staudensellerie, Teltower Rübchen, Tomate, weiße Rübe, Zucchini.
  • blähstoffreiche/ballaststoffreiche Sorten: Bohnenkerne, Erbsen, Grünkohl, Gurke (roh), Lauch, Linsen, Mais, Paprika, Radieschen, Rettich, Rhabarber, Rosenkohl, Sauerkraut, Weißkohl, Wirsing, Zwiebel.

Kostzusammenstellung im Sinne einer gastroenterologischen Basiskost:

  • Sämtliche blähstoffarmen/ballaststoffarmen Obst- und Gemüsesorten sind geeignet.

Kostzusammenstellung im Sinne einer ballaststoffarmen Kost:

  • Alle blähstoffarmen/ballaststoffarmen Obst- und Gemüsesorten sind im gegarten Zustand
    geeignet.
  • Alle mit * gekennzeichneten Sorten (Blattsalate, Apfelsine, Brombeere, Feige, Grapefruit) sind zu eliminieren.
Ernährung bei Hepatitis – Leberentzündung

Eine wichtige Botschaft: Hören Sie auf Ihren Körper! Muten Sie sich keine extremen Belastungen zu, wenn Sie sich zu schlapp fühlen. Vermeiden Sie extreme Diäten oder Fasten. Das heißt aber nicht, dass Sie sich nur noch schonen müssen. Regelmäßige Bewegung in Maßen und eine ausgewogene Ernährung sind wichtige Grundlagen für Ihr Wohlbefinden.
Ganz wichtig ist der Verzicht auf Alkohol und möglichst auch auf Zigaretten. Denn beides beschleunigt das Fortschreiten Ihrer Lebererkrankung. Eine chronisch entzündete Leber reagiert äußerst empfindlich auf jeden Tropfen Alkohol. Schon kleine Mengen Alkohol sind schädlich. Die Erkrankung der Leber schreitet wesentlich schneller voran als bei Patienten, die konsequent alkoholische Getränke meiden.

Aus diesem Grund sollte für jeden Patienten mit einer chronischen Leberentzündung ein Verzicht auf Alkohol gelten.

Ernährung bei Leberzirrhose
(bei einer bereits fortgeschrittenen Lebererkrankung)

Eine Leberzirrhose geht mit einer Umwandlung der Leberzellen in Narben- und Bindegewebe einher. Sie tritt auf, wenn verschiedene Lebererkrankungen über Jahre hinweg nicht ausheilen können. Wenn viel funktionsfähiges Gewebe zerstört ist, wird die Leistung des Organs eingeschränkt.
Solange die Leber jedoch ihre Aufgaben erfüllt (kompensierte Form der Leberzirrhose), bedarf es auch bei dieser Form der Lebererkrankung keiner einschränkenden diätetischen Maßnahmen, sondern einer gesunden, vollwertigen Ernährung.

Mangelernährung
Eine Mangelernährung ist eine häufige Komplikation (> 50%) bei chronischen Lebererkrankungen und ein entscheidender Faktor für die Prognose und die Therapie der Erkrankung.
Bei fehlernährten Patienten treten viel häufiger Komplikationen auf, wie z. B. Aszites (Bauchwassersucht) und Infektionen.
Achten Sie deshalb frühzeitig auf Anzeichen einer Mangelernährung wie eine Abnahme der Muskelmasse und -kraft, häufige Müdigkeit, Abgeschlagenheit und verminderte Leistungsfähigkeit. Kontrollieren Sie regelmäßig Ihr Gewicht, bedenken Sie aber, dass dieses bei Einlagerung von Wasser im Bauchraum irreführend sein kann.

  • Achten Sie auf eine ausreichende Energie- und Nährstoffzufuhr
  • Nehmen Sie täglich ca. 1,2 g Eiweiß pro kg Körpergewicht zu sich; bevorzugen Sie pflanzliche Eiweiße aus Sojaprodukten, Hülsenfrüchten, etc.
  • Seien Sie nicht sparsam mit Fetten! Sie können Speisen mit Sahne, Butter oder Pflanzenöl anreichern und fettreiche Milch- und Milchprodukte verzehren.
  • Verwenden Sie eventuell spezielle Produkte zur Energieanreicherung (z. B. energiereiche Pulver zur Anreicherung von Speisen, hochkalorische Trinknahrungen, etc.). Verwenden Sie diese jedoch nur nach Rücksprache mit Ihrem Arzt oder einer Ernährungsfachkraft!

Bauchwassersucht (Aszites)
Kommt es im Rahmen der Leberzirrhose zu einer Ansammlung von Wasser im Bauchraum, so ist eine Einschränkung der Aufnahme von Kochsalz wichtig. Insbesondere Fertiglebensmittel mit hohem Kochsalzgehalt sollten gemieden werden. Dazu gehören: Fertiggerichte, Fertigsuppen und -saucen, Gemüsekonserven, gesalzene Nüsse, Chips, Laugengebäck, Salzheringe, etc. Häufig ist auch eine Einschränkung der Flüssigkeitszufuhr notwendig. Hierzu wird Ihnen der Arzt genaue Auskunft erteilen.
Leberbedingte Hirnleistungsstörung (hepatische Enzephalopathie)
Eine Störung der Hirnfunktion kann als Folge der Leberzirrhose auftreten. Grund hierfür ist eine Vergiftungserscheinung durch Substanzen, die in der Leber nicht mehr richtig abgebaut werden können (z. B. Abbauprodukte aus dem Eiweißstoffwechsel). Tritt dies ein, kann ausnahmsweise und kurzzeitig eine Reduzierung der Eiweißzufuhr nötig sein. Diese sollte nur auf ärztliche Anordnung erfolgen und liegt normalerweise nicht unter 60 g pro Tag.

Krampfadern in der Speiseröhre
Durch die Einlagerung von Bindegewebe in die Leber ist der Blutfluss durch die Leber beeinträchtigt. Das Blut staut sich zurück und sucht andere Wege. Kleine Gefäße im Bereich des Magens und der Speiseröhre werden dadurch viel stärker durchblutet. Sie sind prall gefüllt und können leicht reißen. Dadurch kann es zu lebensbedrohlichen Blutungen kommen.
Es ist wichtig die leicht einreißenden Krampfadern in der Speiseröhre zu schützen, indem die Nahrung gut gekaut und zerkleinert wird. Scharfkantige Nahrungsbestandteile sollten gemieden werden. Dazu gehören beispielsweise Knäckebrot, Zwieback, harte Kekse, Bratkartoffeln, Pommes frites, Chips und scharf Gebratenes.

Ernährung bei Pankreatitis-Bauchspeicheldrüsenentzündung

Ernährungstherapie bei akuter bzw. chronischer Pankreatitis (Bauchspeicheldrüsenentzündung)
Ernährungstherapie bei akuter Pankreatitis
Bei einer Pankreatitis sollte zur Behandlung eine Ruhigstellung des Organs erfolgen. Dies wird am besten durch Nahrungskarenz erreicht. Die Wiedereinführung der Nahrung erfolgt durch einen Stufenplan:

  • Stufe 1: Nahrungskarenz; keine orale Nährstoff- und Flüssigkeitszufuhr
  • Stufe 2: Kohlenhydrate; gesüßter Tee, Zwieback, Schleimsuppe
  • Stufe 3: fettarmes Protein; Magermilchprodukte, Weißbrot, Fleisch und Fisch (fettarm)
  • Stufe 4: Ballaststoffe; ballaststoffreiche Lebensmittel, Kartoffeln, Gemüse, größere Portionen
  • Stufe 5: Fettzulage in kleinen Portionen; Käse und Milch (fettarm), Ei, Fleisch und Fisch
  • Stufe 6: leichte Vollkost; Vollkornprodukte, keine Rohkost, keine blähenden Gemüse und Hülsenfrüchte; 6 – 8 kleine Mahlzeiten, die schonend zubereitet sein sollten: Garen und Dünsten, Braten mit wenig Fett

Nach dem Abklingen der Symptome wird in der Regel eine sogenannte leichte Vollkost verordnet. Das bedeutet, dass der Patient alles das essen kann, was er individuell verträgt. Möglichst verzichtet werden sollte möglichst auf Alkohol.
Ernährungstherapie bei chronischer Pankreatitis
Bei einer chronischen Pankreatitis sollte die Nahrung leicht verdaulich, reich an Kohlenhydraten und fettarm sein. Schwer verdauliche Speisen sind zu meiden.Häufig werden mehrere kleine Mahlzeiten besser vertragen als wenige voluminöse.
Wenn trotz Reduktion der Fettzufuhr Fettstühle auftreten, kann der Einsatz von Spezialfetten (Mittelkettige Fettsäuren, MCT) angezeigt sein. Auf eine ausreichende Versorgung mit fettlöslichen Vitaminen (A, D, E und K) ist zu achten. Weiterhin wird eine lebenslange Alkoholkarenz gefordert.
Die Durchführung des Stufenplans bzw. der Ernährung bei chronischer Pankreatitis sollte stets mit einem Arzt oder evtl. einer Ernährungsfachkraft abgesprochen werden.

Ernährungstherapie bei Zoeliakie

Die einzige Behandlungsmöglichkeit der Zöliakie/Einheimischen Sprue ist die konsequente und lebenslange glutenfreie Ernährung. Die Diät bewirkt einen Rückgang der durch die Zöliakie verursachten Symptome und hilft, langfristige Komplikationen zu vermeiden. Der Bedarf an essenziellen Nährstoffen kann auch bei glutenfreier Ernährung sowohl qualitativ als auch quantitativ gedeckt werden, da viele Lebensmittel von Natur aus glutenfrei sind.
Die Toleranz gegenüber Gluten ist unterschiedlich ausgeprägt. Den Betroffenen ist grundsätzlich zu raten, sich gänzlich glutenfrei zu ernähren. Als verträglich gilt allgemein ein Glutenverzehr bis 50 mg pro Tag. Im Vergleich: eine durchschnittliche glutenhaltige Ernährung enthält 12-15 g pro Tag.

Grundregeln der glutenfreien Ernährung
Die Ernährungstherapie besteht in der lebenslangen Elimination der die Krankheit auslösenden Proteine der Getreidesorten Weizen (Gliadin), Roggen (Secalin) und Gerste (Hordein). Entgegen früherer Ansicht wird dem Hafer (Avenin) aufgrund geringerer Prolaminanteile nur eine geringe toxische Wirkung beigemessen. Dennoch sollte Hafer gemieden werden.

Untersuchungen zeigen, dass sich bei nahezu allen Zöliakiekranken, die unter glutenfreier Ernährung Haferprodukte verzehrten, weder eine Veränderung der klinischen Symptome und der Laborbefunde noch der Struktur der Darmzotten einstellte. Dennoch rät die Deutsche Zöliakie-Gesellschaft e. V. von einem Verzehr von Haferprodukten aufgrund möglicher Kontaminationen mit glutenhaltigen Mehlen beim Herstellungsprozess ab.

Auch in Kreuzungen dieser Getreidesorten (z. B. Triticale) und alten, dem Weizen nahe stehenden Sorten bzw. Zubereitungen wie Dinkel, Grünkern, Zweikorn (Emmer), Einkorn, Kamut, Bulgur und Couscous ist Gluten enthalten. Diese Getreide sowie alle Lebensmittel, die aus diesen Getreidesorten hergestellt werden, sind für Betroffene dauerhaft nicht geeignet. Dies betrifft u. a. Mehl, Grieß, Kleie, Graupen, Stärke, Flocken, Müsli, Brot, Brötchen, Gebäck, Kuchen, Teigwaren, Pizza, Gnocchi, Knödel, Puddingpulver, Paniermehl, Malzkaffee, Malzgetränke und Bier.

Folgende Lebensmittel sind von Natur aus, d. h. in unverarbeiteter Form bzw. ohne weitere Zusätze, glutenfrei:

  • Mais, Reis, Wildreis, Hirse, Buchweizen, Amaranth, Quinoa, Johannisbrotkernmehl, Mais-, Kartoffel- und Reisstärke, Sojamehl, Esskastanien, Maisgrieß
  • Kartoffeln, Obst und Gemüse, Hülsenfrüchte, Nüsse, Samen
  • Milch, Joghurt, Quark, Buttermilch, Frischkäse, Käse, Kondensmilch
  • Tofu, Sojamilch
  • Eier
  • Fleisch, Fisch und Meeresfrüchte
  • Pflanzenöle, Butter
  • Zucker, Honig, Konfitüre, Marmelade, Ahornsirup
  • reine Gewürze und Kräuter
  • Wasser, Kaffee, reiner Schwarz-, Kräuter- und Früchtetee, reine Fruchtsäfte
  • Wein und Sekt

Außerdem gibt es im Lebensmittelhandel sowie in Reformhäusern und Apotheken speziell für eine glutenfreie Ernährung hergestellte diätetische Erzeugnisse, z. B. Brot, Backwaren und Teigwaren. Diese Lebensmittel unterliegen der Diät-Verordnung. Sie sind mit dem Symbol einer durchgestrichenen Weizenähre oder durch den Aufdruck „glutenfrei“ gekennzeichnet.
Aus der Aufzählung wird deutlich, dass die einschneidenste Änderung der Ernährungsgewohnheiten die Gruppe Brot und Backwaren betrifft. Hier muss auf Produkte umgestiegen werden, die entweder aus dem Mehl nicht Zöliakie auslösender Getreidearten, aus Sojabohnen oder aus reinen Stärkeprodukten hergestellt sind. Diese Backwaren unterscheiden sich häufig von „normalen“ Backwaren hinsichtlich Konsistenz und Geschmack, weil sie durch das fehlende Gluten schneller an Frische verlieren. Geschmacklich verbessert werden kann Brot z. B. durch Toasten. Auch selbst gebackenes Brot ist zu empfehlen.

Vorsicht ist geboten bei verarbeiteten Lebensmitteln. Diese können oftmals „versteckt“ Gluten enthalten. Denn aus lebensmitteltechnologischen Gründen werden in vielen Halbfertig- und Fertigprodukten glutenhaltige Zutaten (z. B. Mehl, Weizenstärke, Weizenkleie) oder auch direkt Gluten zugegeben. Gluten hat gelierende und emulgierende Eigenschaften, bindet Wasser, stabilisiert und ist ein guter Trägerstoff, z. B. für Aromastoffe. Auch Medikamente können Gluten enthalten.
Wichtig ist, dass Betroffene die Verpackungsdeklaration sorgfältig lesen und im Zweifelsfall den Produzenten direkt befragen. Denn: Schon die geringe Menge von 1/8 Gramm Weizen kann den Dünndarm schädigen und Beschwerden auslösen.

Tipp
Die Deutsche Zöliakie-Gesellschaft e. V. bietet Betroffenen praktische Hilfestellung und Unterstützung sowie umfangreiche Informationsmaterialien. Außerdem gibt sie eine Zusammenstellung glutenfreier Lebens- und Arzneimittel heraus und nennt die Adressen entsprechender Hersteller.
Deutsche Zöliakie-Gesellschaft e. V. Filderhauptstraße 61 70599 Stuttgart Tel.: 0711 459981-0
E-Mail: info@dzg-online.de
Internet: www.dzg-online.de

Kennzeichnung von Gluten
Gemäß der deutschen Lebensmittel-Kennzeichnungsverordnung (LMKV) müssen Zutaten, die allergische oder andere Unverträglichkeitsreaktionen auslösen können, auf der Lebensmittelverpackung deklariert werden. Dies gilt entsprechend Anlage 3 der LMKV auch für glutenhaltiges Getreide. Der Kennzeichnungspflicht unterliegen danach glutenhaltiges Getreide (d. h. Weizen, Roggen, Gerste, Hafer, Dinkel, Kamut oder deren Hybridstämme) sowie daraus hergestellte Erzeugnisse, außer

  • Glukosesirupe auf Weizenbasis einschließlich Dextrose,
  • Maltodextrine auf Weizenbasis,
  • Glukosesirupe auf Gerstenbasis,
  • Getreide zur Herstellung von Destillaten oder Ethylalkohol landwirtschaftlichen Ursprungs für Spirituosen und andere alkoholische Getränke.

Diese Kennzeichnungsvorschriften gelten nur für abgepackte Waren, d. h. Lebensmittel in Fertigpackungen, und nicht für lose abgegebene Waren.


Krankheitsbilder

Auf dieser Seite finden Sie Informationen zu häufigen Erkrankungen aus dem Gebiet der Verdauungs-und Stoffwechselkrankheitten.

Eisenmangel

Eisenmangel gehört zu den häufigsten Mangelerscheinungen weltweit, etwa 30 %, also 2 Milliarden Menschen sind davon betroffen. Zu den Risikogruppen gehören vor allem Frauen. Doch auch der völlige Verzicht auf Fleisch- und Fischprodukte gefährdet die Versorgung mit dem Spurenelement.
Eisen ist ein essentielles Spurenelement, das der Körper nicht selber produzieren kann. Es ist vor allem wichtig für die Bildung des roten Blutfarbstoffes Hämoglobin und damit den Sauerstofftransport, aber auch Bestandteil der Kraftwerke in den Zellen und von Enzymen. Da der Organismus pro Tag durchschnittlich 1 bis 2 mg Eisen verliert, muss dieses täglich mit der Nahrung zugeführt werden. Der Hauptanteil des Körpereisens unterliegt einem kontinuierlichen Recyclingprozess. Etwa 85% des Bluteisens (Hämoglobineisen) werden durch den Abbau überalterter roter Blutkörperchen (Erythrozyten) in den Makrophagen („Fresszellen“) der Milz wieder zurückgewonnen und gespeichert. Bei Bedarf wird Eisen aus den Makrophagen über das Transporteiweiß (Transferrin) zu den Orten des Verbrauchs gebracht z.B. Knochenmark für die Bildung der roten Blutkörperchen (Erythrozyten-Synthese).

Aufnahme, Transport und Speicherung von Eisen
Das mit der Nahrung aufgenommene Eisen wird im Dünndarm (Duodenum) aufgenommen und im Blut an das Transporteiweiß Transferrin gebunden.
Transferrin transportiert das Eisen zu den Orten des Verbrauchs (z.B. Knochenmark) und zu den Eisenspeichern im Gewebe. Die Aufnahme des Eisens erfolgt in drei Schritten:

  • Oberflächliche Aufnahme in die Schleimhautzelle des Dünndarms
  • Eiweißvermittelter Transport innerhalb der Schleimhautzelle
  • Abgabe nach Durchschleusung der Dünndarmschleimhautzelle (Mukosazelle) an das Transporteiweiß (Transferrin) im Blut

Ursachen des Eisenmangels
Das Nahrungseisen deckt allenfalls den normalen Bedarf. Ist dieser erhöht, z. B. in der Schwangerschaft oder bei starker Regelblutung, kommt es zu einem Eisenmangel. Daneben kann ein Missverhältnis zwischen Eisenbedarf und Eisenangebot auch andere Ursachen haben.

  • Erhöhter Bedarf: Während Schwangerschaft und Stillzeit ist der erhöhte Bedarf an Eisen in vielen Fällen nicht über die Nahrung auszugleichen. In diesem Falle ist die Einnahme von Eisentabletten nötig. Auch Kinder in der Wachstumsphase und Pubertät benötigen mehr Eisen.
  • Zu geringe Eisenzufuhr: Menschen, die keine tierischen Nahrungsmittel zu sich nehmen, haben oft einen erniedrigten Eisenspiegel. In pflanzlichen Nahrungsmitteln ist zwar genügend Eisen enthalten, jedoch liegt es in einer Form vor, die der Körper schlecht verwerten kann.
  • Eisenverlust: Starke Periodenblutungen, länger andauernde Blutungen durch Geschwüre oder chronische Entzündungen im Magen-Darm-Trakt oder blutende Hämorrhoiden führen zu einem Eisenverlust. Bei hoher sportlicher Belastung steigt der Verlust an Mineralstoffen und Spurenelementen über die Nieren und den Schweiß

Blutung aus einem Magenpolyp (links), Magengeschwür (rechts)

blutung-magengeschwuer

Symptome des Eisenmangels
Der Körper kann einen Eisenmangel über einen bestimmten Zeitraum kompensieren, allerdings treten in dieser Phase bereits Symptome wie spröde Haare und Nägel, trockene Haut, rissige Mundwinkel, Schleimhautveränderungen im Mund und der Speiseröhre und Zungenbrennen auf. Wird die Anzahl der sauerstofftragenden roten Blutkörperchen immer weniger, verschlechtert sich auch die Sauerstoffversorgung der Zellen. Hat der Körper also über längere Zeit zu wenig Eisen; kommt es zur Blutarmut (Anämie) mit den typischen Symptomen: andauernde Müdigkeit, verminderte Leistungsfähigkeit und Konzentrationsschwäche, Blässe, Schwindel und Kopfschmerzen, Kribbeln in Händen und Beinen. Der Organismus wird allgemein anfälliger für Krankheiten.
So bekommen Sie genug Eisen

  • 3- bis 4-mal die Woche eine Portion mageres Fleisch
  • Vollkornprodukte und Hülsenfrüchte wie Linsen oder weiße Bohnen liefern Eisen und andere wertvolle Mineralstoffe
  • Die Mahlzeiten mit Vitamin-C-reichen Gemüsen wie z. B. Paprika, Rosenkohl, Sauerkraut oder Kartoffeln kombinieren oder ein Glas Orangensaft zum Essen genießen.
  • Keinen Kaffee oder Tee zu eisenreichen Mahlzeiten trinken! Mindestens eine halbe Stunde Abstand halten!
  • Bei drohendem Eisenmangel Kräuterblutsaft ergänzend einnehmen!

Einen typischen Eisenmangel-Patienten gibt es nicht jeder kann betroffen sein. Doch bei manchen Personengruppen ist das Risiko für einen Eisenmangel besonders groß: Frauen, insbesondere in Schwangerschaft und Stillzeit, Kinder und Jugendliche, Ältere, chronisch Kranke, Vegetarier, Ausdauersportler und Dauerblutspender. Diese sollten ihre Eisenwerte regelmäßig beim Arzt überprüfen lassen.

Frauen
Frauen haben im Vergleich zu Männern einen um 50 % höheren Bedarf an Eisen und sind aufgrund des Blutverlustes während der Menstruation stärker gefährdet, einen Eisenmangel zu entwickeln: Gerade junge Frauen mit starker Regelblutung zeigen daher relativ häufig entsprechende Symptome, da sich ihre Eisenspeicher besonders schnell leeren.
In der Schwangerschaft ist der Eisenbedarf noch höher. Die wachsende Gebärmutter mit der Plazenta und das Ungeborene müssen mit Sauerstoff versorgt werden; daher steigt der Eisenbedarf auf das 3fache an. Der größte Bedarf besteht im 2. und 3. Schwangerschaftsdrittel – im letzten Drittel liegt er mit 30 mg doppelt so hoch wie normal.
Fast 50 % der Frauen im gebärfähigen Alter sind nicht optimal mit Eisen versorgt. Die Eisenreserven sollten frühzeitig aufgefüllt werden, denn ein ausreichendes Eisendepot beeinflusst nicht nur das Allgemeinbefinden der werdenden Mutter positiv, sondern wirkt sich auch günstig auf die körperliche und geistige Entwicklung des Kindes aus.

Kinder und Heranwachsende
Das Neugeborene bekommt bei der Geburt einen Teil des Eisenvorrates mit, der etwa 4 Monate reicht. Außerdem wird das Baby über die Muttermilch mit Eisen versorgt, wobei Milch leider generell wenig Eisen enthält. Eisen aus der Muttermilch kann vom Säugling zu 50 % genutzt werden. Spätestens ab dem 6. Lebensmonat sollte eine eisenreiche Beikost zugefüttert werden, denn auch bei Babys und Kleinkindern kann ein Eisenmangel bestehen. Als gute Eisenlieferanten gelten grüne Gemüse, kleine Fleischportionen und mit roten Obstsäften angereicherte Breikost. Bei kleineren Kindern besteht bei einer lange unentdeckten Eisenmangelanämie die Gefahr, dass die Intelligenzentwicklung und die Gehirnreifung beeinträchtigt werden.
Mit dem Größerwerden nehmen Muskelmasse und Blutmenge zu, damit steigt auch der Bedarf an Eisen. Rund 10 % aller Kinder im Wachstum leiden unter Eisenmangel und den typischen Symptomen wie Müdigkeit, Antriebslosigkeit und Konzentrationsschwäche. Die Wachstumsschübe bei Schulkindern und die beginnende Menstruation bei jungen Mädchen sind die typischen Auslöser eines akuten Eisenmangels.

Ältere
Im fortgeschrittenen Alter kann der individuelle (Eisen-)Bedarf häufig nicht mehr gedeckt werden. Ältere Menschen haben nicht mehr so viel Appetit, die Nahrungszufuhr ist entsprechend reduziert und vielfach einseitig. Hinzu kommt, dass schlecht sitzende Gebisse den Genuss von Fleischmahlzeiten verleiden. Ein weiterer Grund für Eisenmangel im Alter ist die verminderte Aufnahme von Eisen durch Störungen im Magen-Darm-Trakt oder die Nebenwirkung von Medikamenten.

Kranke
Starke Blutverluste durch Unfälle, Verletzungen oder Magen-Darm-Geschwüre können ebenso wie die Einnahme von Schmerzmitteln oder kortisonhaltigen Medikamenten zur Folge haben, dass Eisen verloren geht.
Personen, die an chronischen Nierenerkrankungen, Mukoviszidose oder Magen-Darm-Erkrankungen leiden, haben meist zu wenig Eisen im Blut, weil es erst gar nicht vom Körper aufgenommen oder vermehrt ausgeschieden wird.
Funktioneller Eisenmangel bei chronischen Erkrankungen:
Blutarmut (Anämie) ist ein unabhängiger Risikofaktor bei chronischen Erkrankungen und mit einer erhöhten Morbidität und Mortalität assoziiert. Zu den Hauptursachen einer Anämie zählt der funktionelle Eisenmangel aufgrund der chronischen Entzündung. Chronisch kranke Patienten können einen erhöhten Eisenbedarf haben.
Das gilt für:

  • Chronisch Herzkranke (Kardiologie)
  • Chronisch Nierenkranke (Nephrologie)
  • Krebserkranke (Onkologie)
  • Chronisch Magen- Darmkranke (Gastroenterologie)
  • Chronische Lebererkrankungen (Hepatologie – Leberzirrhose)

Vegetarier
Bei völligem Fleischverzicht gefährden wir auch unsere Gesundheit: Gemüse, Vollkornprodukte und Obst machen eine gesunde Ernährung aus genügend Eisen liefern sie dem Körper jedoch nicht. Denn pflanzliches Eisen z. B. in Brot, Gemüse, Hülsenfrüchten und Vollkornprodukten ist nur schlecht bioverfügbar, d. h. der Körper kann dieses kaum aufnehmen. Tierisches Eisen dagegen, beispielsweise aus rotem Fleisch, kann der Körper besser verwerten. Vegetarier sollten deshalb darauf achten, pflanzliche Eisenlieferanten mit Vitamin C (z. B. einem Glas frisch gepresstem Orangensaft) zu kombinieren: Das erhöht die Eisenaufnahme noch einmal zusätzlich.
Im Zweifelsfall empfiehlt sich eine Eisensubstitution, wobei sich Kräuterblutsäfte oder Dragees mit einer gut verwertbaren Eisen-II-Verbindung besonders bewährt haben. Diese Säfte sind mit blutbildenden Vitaminen und Pflanzenextrakten angereichert, alkohol- und zuckerfrei und daher auch für Kinder geeignet. Eine Eisenkur sollte zweimal jährlich durchgeführt werden.

Dauerblutspender und Ausdauersportler
Mit dem Blut wird dem Körper auch Eisen entzogen. Menschen, die regelmäßig Blut spenden, sollten daher vorbeugen: durch eine eisenreiche Ernährung oder die Einnahme von Eisenpräparaten.
Beim Eisen gelten für Intensiv-Sportler andere Bedingungen als für Nicht-Sportler: Bei intensivem Training liegen die Eisenwerte etwa 10 % unter Normalwert. Doch bereits ein leichter Mangel senkt die Leistungsfähigkeit, die Sportler werden schlapp und antriebslos. Sportler sollten sich von einem Arzt untersuchen lassen, um die individuell passende Therapie für sich zu finden.

Informationen zur Ernährung bei Eisenmangel

Gastrooesophageale Refluxkrankheit

Die gastrooesophageale Refluxkrankheit ist eine der häufigsten Erkrankungen in unserer Praxis im Hinblick auf die Diagnose und die durchgeführte Behandlung.

Etwa 20% der Bevölkerung der westlichen Industrieländer sind von einer gastrooesophagealen Refluxkrankheit (GERD) betroffen. Der Großteil der Patienten hat keine endoskopisch nachweisbaren Läsionen. Etwa 40% der GERD- Patienten haben endoskopisch nachweisbare Läsionen im Sinne von Erosionen, Ulcerationen, Strikturen oder Entwicklung eines Barrett-Oesophagus. Patienten mit einer gastrooesophagealen Refluxkrankheit und einer Barrett-Metaplasie haben ein erhöhtes Risiko ein Adenocarcinom der Speiseröhre zu entwickeln, so dass eine gute Behandlung der gastrooesophagealen Refluxkrankheit zur Linderung der Beschwerden bei Patienten erforderlich ist. Nicht zu vernachlässigen ist aber auch die Bedeutung der Behandlung im Hinblick auf eine Verringerung von möglichen Komplikationen dieser häufigen Erkrankung.

Die Erkrankung wird ausgelöst durch den Reflux von saurem Mageninhalt in die Speiseröhre insbesondere häufig auftretend bei Störungen des Verschlusses des unteren Oesophagussphinkters (UÖS). Der saure Reflux führt zu einer Schädigung der Oesophagusmucosa, die dann zu den typischen klinischen Beschwerden führt. Patienten berichten häufig über Sodbrennen, ein Druckgefühl hinter dem Sternum, Aufstoßen oder Schluckbeschwerden. Teilweise komme es auch zu Regurgitation oder auftretenden epigastrischen Schmerzen und Brennen im Oberbauch. Oft beklagt wird auch ein salziger oder seifiger Geschmack im Mund, Übelkeit und Erbrechen. Zahlreiche weitere Symptome sind beschrieben. Typisch ist eine Verstärkung der Beschwerden durch Bücken, Pressen, Rückenlage, Anstrengung, Husten, Stress und bestimmten Nahrungsmitteln oder manche Arzneimittel.
Komplikationen der gastrooesophagealen Refluxerkrankung beinhalten das Auftreten von höhergradigen Ulcerationen, Blutungen und Stenosen der Speisröhre und das Auftreten einer Zylinderzellmetaplasie (Barrett-Syndrom) der Speiseröhre, die als Präkanzerose gilt.

Die Diagnose einer GERD geschieht durch eine ausführliche Anamnese bezüglich der Beschwerden der Patienten. Die Diagnose Refluxoesophagitis ist eine nur endoskopisch zu stellende Diagnose, die die Durchführung einer Magenspiegelung und Oesophaguskopie erforderlich macht. Bei Auftreten von Komplikationen sind PE aus der entsprechend veränderten Schleimhaut erforderlich.

Es gibt verschiedene Klassifikationen der gastrooesophagealen Refluxkrankheit nach Savary und Miller, MUSE nach Armstrong sowie die Los Angeles-Klassifikation.
Wir verwenden die Klassifikation nach Savary und Miller.

Die Durchführung einer Gastroskopie zur Diagnosesicherung erfolgt grundsätzlich bei Patienten über 45 Jahren mit Auftreten einer gastrooesophagealen Refluxkrankheit, bei anhaltenden Beschwerden, bei Auftreten von Komplikationen oder Warnzeichen wie z. B. Blutungen , Schluckbeschwerden, Gewichtsabnahme, Erbrechen und auch bei untypischen Beschwerden zur Abklärung von möglichen Differentialdiagnosen.

Die Behandlung der gastrooesophagealen Refluxerkrankung besteht einerseits aus Allgemeinmaßnahmen, die das Meiden auslösender Speisen beinhaltet. Ggf. sollte eine Gewichtsnormalisierung erfolgen. Häufig sind kleine fettarme Mahlzeiten hilfreich. Auslösende Noxen wie süße Speisen, säurehaltige Getränke, Nikotin, Alkohol, Kaffee sollten möglichst vermieden werden. Geringe positive Effekte sind auch durch ein Schlafen mit erhöhtem Oberkörper zu erzielen.

Die medikamentöse Behandlung der gastrooesophagealen Refluxkrankheit ist durch verschiedene Medikamente möglich. Mittel der ersten Wahl sind die sog. Protonenpumpeninhibitoren. Für diese Medikamente sind die höchsten Wirkungsraten im Hinblick auf Beschwerdefreiheit und Abheilung von entzündlichen Läsionen der Speiseröhrenschleimhaut beschrieben. Mittel der zweiten Wahl sind H2-Blocker. Weitere Mittel, die nur bei geringen gelegentlichen Beschwerden indiziert sind beinhalten Prokinetika und Antacida.

Eine Behandlung orientiert sich an den Symptomen oder dem festgestellten Grad der Refluxoesophagitis. Bei leichten Symptomen bis zur Refluxoesophagitis 1. Grades ist in der Regel eine 4-wöchige Therapie mit einem Protonenpumpeninhibitor in Standarddosis ausreichend. Anschließend kann eine Behandlung als Bedarfsmedikation fortgesetzt werden. Bei höhergradigen Stadien der Refluxoesophagitis ist in der Regel eine höhere Dosis und längere Therapiedauer erforderlich und wird von dem behandelnden Arzt für den jeweiligen Einzelfall festgelegt. Eine endoskopische Kontrolle bei höhergradigen Refluxoesophagitiden ist in der Regel zur Dokumentation der Abheilung bzw. zum Ausschluß des Auftretens einer Barrett-Metaplasie erforderlich und wird in unserer Praxis bei unkompliziertem Verlauf 3 Monate nach der Index-Gastroskopie empfohlen.

Primär biliäre Cirrhose (PBC)

Die Primär biliäre Cirrhose (PBC) ist das Spätstadium der chronisch nicht eitrigen destruierenden Cholangitis. Hierbei handelt es um eine Erkrankung, die überwiegend Frauen im mittleren Lebensalter betrifft. Die Ätiologie der Erkrankung ist unbekannt. Auffällig werden die Patienten durch Beschwerden wie Juckreiz, Allgemeinsymptome wie Müdigkeit und Leistungsknick, ggf. Zeichen einer Verdauungsstörung als Folge verminderter Gallensäureausscheidung mit dann nachfolgend auftretenden fettigen Stuhlgängen, erhöhten Leberwerten sowie Vergrößerung von Leber und Milz. In seltenen Fällen ist die Krankheit verbunden mit anderen sogenannten Autoimmunerkrankungen wie z. B. der Autoimmunhepatitis, Autoimmunthyreoiditis oder rheumatoiden Arthritis.

Die unbehandelte Erkrankung führt in einem hohen Prozentsatz der Fälle nach Jahren zum Auftreten einer Vernarbung der Leber (Lebercirrhose)

Die Diagnose wird gesichert durch die klinischen Beschwerden, die entsprechenden Laborbefunde, den sonographischen Ausschluss einer anderen Ursache der Gallenwegserkrankung und in der Regel durch die Durchführung einer Leberbiopsie mit anschließender feingeweblicher Untersuchung des Lebergewebes.

Nach Sicherung der Diagnose und entsprechender Aufklärung des Patienten wird in der Regel eine Behandlung empfohlen und eingeleitet. Diese besteht aus der Gabe von Ursodeoxycholsäure in einer Dosierung von 15 mg pro kg Körpergewicht. Durch diese Behandlung kommt es häufig zu einer Normalisierung der Laborparameter. Im weiteren Verlauf sollten bei betroffenen Patienten regelmäßige Nachsorgeuntersuchungen in ½-jährlichen Abständen mit Kontrolle des Ultraschallbefundes, der klinischen Beschwerden und der Laborwerte durchgeführt werden, um Therapieversager und das Auftreten von Komplikationen möglichst frühzeitig zu entdecken.

Chronische Hepatitis B

Die Hepatitis B ist ein typisches Krankheitsbild in unserem Krankengut. Die Infektion erfolgt über Blut, Blutprodukte, durch Nadelstichverletzungen oder über Sexualkontakte. Die Inzidenz der Erkrankung ist hoch. Es wird geschätzt, dass etwa 500 000 Patienten in Deutschland eine chronische Hepatitis B tragen. Bei einem großen Teil ist die Erkrankung unbekannt. Risikogruppen sind Patienten aus Hochrisikogebieten wie dem Mittelmeerraum oder ehemaligen Sowjetrepubliken sowie Asien, i.v. Drogenabhängige, Sextouristen, promiskuitive Hetero- oder Homosexuelle, Tätowierte und Dialysepatienten. Patienten aus Risikogruppen sollten auch bei normalen Transaminasenkonzentrationen auf eine Hepatitis B durch Bestimmung von Hbs-Antigen und Anti-HBc untersucht werden.
Die klinischen Symptome einer chronischen Hepatitis B sind oft nur gering ausgeprägt. Bei geringer oder milder entzündlicher Aktivität der Hepatitis herrscht meist Beschwerdefreiheit bei normal großer Leber. An Beschwerden werden Leistungsminderung, Müdigkeit und uncharakteristische Oberbauchschmerzen berichtet. Insbesondere bei höhergradiger oder schwergradiger entzündlicher Aktivität in der Leberbiopsie sind oft Leistungsminderung und Müdigkeit ein führendes Symptom, außerdem Appetitlosigkeit, Druckschmerz in der Lebergegend und Arthralgien. In entzündlichen Schüben können auch Ikterusphasen auftreten. Außerdem treten mit fortschreitender Lebererkrankung die typischen Zeichen von Lebererkrankungen mit größen- und konsistenzvermehrter Leber, Splenomegalie und Leberhautzeichen auf.
Komplikationen der chronischen Hepatitis B sind die Leberzirrhose mit den entsprechenden Komplikationen und das Auftreten eines hepato-zellulären Carcinoms.
Die notwendige Diagnostik beinhaltet eine umfangreiche Anamnese, insbesondere im Hinblick auf mögliche Infektionsquellen, eine Beurteilung des zeitlichen Verlaufes der Erkrankung, die Untersuchung zur Differentialdiagnose und dann die Bestimmung der Laborparameter mit den Virusmarkern HBs-Antigen, Anti-HBc, Anti-HBe, Hbe-Antigen und HBV-DNA. Eine Bestimmung des HBV-Genotyp erfolgt noch nicht standardmäßig. Auch eine quantitative Bestimmung des HBs-Antigen erfolgt noch nicht standardmäßig.
Je nach Befund, klinischen Beschwerden und Ultraschallbefund ist eine Prüfung der Indikation zur Durchführung einer Leberbiopsie ratsam. Auch Patienten mit normalen Transaminasen können bei einer chronischen Hepatitis B bereits fortgeschrittene Leberschädigungen mit Fibrosebildung aufweisen. Alle Patienten mit Hepatitis B werden auf Anti-HDV untersucht, da etwa 5% der HBV-Träger eine Simultaninfektion mit Hepatitis D aufweisen. Dies ist insbesondere bei Patienten aus Endemiegebieten wie dem Mittelmeerraum, Italien und Rumänien und dem vorderen Orient zu beachten.
Die Behandlungsindikation bei chronischer Hepatitis B unterliegt dem ständigen Wandel der sich verändernden Erkenntnisse in der Medizin. Derzeit wird eine Behandlung für erforderlich gehalten wenn die HBV-Konzentration 2000 Units/ml übersteigt und die Transaminasen erhöht sind oder wenn histologisch eine aktive Hepatitis oder höhergradige Fibrose nachweisbar ist.
Für die Behandlung der chronischen Hepatitis B Infektion stehen verschiedene Medikamente zur Verfügung. Einerseits ist eine Behandlung mit Interferon in pegylierter Form möglich. Alternativ ist eine Behandlung mit Entecavir oder Tenofovir zu erwägen. Eine Primärtherapie mit Lamivudin sollte nicht mehr erfolgen. Patienten, die unter einer bestehenden Therapie mit Lamivudin beschwerdefrei sind und keine laborchemischen oder sonographischen Auffälligkeiten aufweisen, können eine bestehende Therapie fortsetzen.
Patienten mit einer chronischen Hepatitis B ohne Therapie oder auch unter auch unter einer medikamentösen Behandlung werden regelmäßig nachuntersucht. Die Untersuchungsintervalle sollten für alle 6 Monate empfohlen werden und eine Ultraschalluntersuchung, Bestimmung der Transaminasenkonzentrationen und der HBV-Konzentration enthalten. Außerdem ist eine aktuelle Anamnese im Hinblick auf krankheitsassoziierte Symptome oder neu aufgetretene Begleiterkrankungen erforderlich.
Im Weiteren verweisen wird auf die jeweils gültigen Leitlinien.

Informationen zur Ernährung bei Leberentzündung / Hepatitis

Divertikulose

Divertikulose (Ausstülpungen der Dickdarmwand)

Divertikel sind Ausstülpungen der Dickdarmwand nach aussen, die meist mit zunehmendem Alter auftreten. Der Fachausdruck für diese Erkrankung heisst Divertikulose.

10-20% der über 50-jährigen Bevölkerung in Europa haben Divertikel des Dickdarms. Bei über 70-Jährigen sind es etwa 50%. Es ist vor allem (in 80%) der linkseitige Dickdarm (Sigma) betroffen.

Die Ursache ist unbekannt. Divertikel gelten als eine Zivilisationskrankheit, da man sie in Ländern wie Afrika oder Asien, wo die Nahrung reich an Früchten und Gemüse und arm an Fleisch ist, kaum findet. Die Häufigkeit der Divertikulose ist umgekehrt proportional zum Gehalt der Fasern in unserer Ernährung. Ein wichtiger Faktor dürfte deshalb die schlackenarme Kost in unseren Ländern darstellen. Zudem besteht eine familiäre Veranlagung.

Beschwerden bei Darmdivertikel
Die Divertikel verursachen meistens keine Symptome und bleiben deshalb unerkannt. Werden sie zufällig, zum Beispiel bei einer Darmspiegelung entdeckt, so ist dies ohne Bedeutung. Das reine Vorhandensein von Divertikeln ist harmlos.
Nur bei etwa 10 % der Patienten mit Divertikeln kommt es zu Beschwerden. Meist handelt es sich dabei um Bauchschmerzen, verbunden mit abwechselnd Verstopfung und Durchfall. Meist führen diese Beschwerden zum Arztbesuch, der dann eine Darmspiegelung beim Spezialisten z.B. Gastroenterologen vornehmen lässt.

Bei ganz wenigen Patienten kann es zu einer Entzündung eines Divertikels kommen (Divertikulitis). Dies äussert sich als recht starker Schmerz, meist im linken unteren Bauch, und muss mit Antibiotika behandelt werden. Durch wiederholte Entzündungsschübe kann es gelegentlich zur Vernarbung und Engstellung im Bereiche des betroffenen Dickdarmes kommen, welche dann evtl. eine Operation (Entfernung des befallenen Dickdarmteils) nötig macht.
In sehr seltenen Fällen können Divertikel auch bluten, was zu Blutabgang im Stuhlgang führt. Der Patient sollte sich dann sofort für eine eingehende Untersuchung zum Arzt begeben.

Diagnostik
Die Diagnose kann mit Hilfe einer Abdomensonographie, Darmspiegelung oder durch eine Computertomographie seltener durch Röntgenuntersuchung, bei welcher der Dickdarm mit Kontrastmittel gefüllt wird, gestellt werden.

Abb: Endoskopie (Spiegelungs) Bilder von Divertikeln / Divertikulitis

Divertikulose1

 

Behandlung
Divertikel, die zufällig entdeckt werden und keine Beschwerden machen, brauchen keine Behandlung oder Nachkontrollen.
Eine akute Entzündung der Divertikel – Divertikulitis einhergehend mit z.T. heftigen Bauchschmerzen besonders häufig im linken Unterbauch und Nachweis von Entzündungsparametern im Labor wird möglichst umgehend mit sog. Breitbandantibiotika mit hoher Wirksamkeit im Darm behandelt.
Falls sich Divertikel wiederholt entzünden,muss eine Operation erwogen werden.
Durch Divertikel kann es zur Einengung des Darms kommen. Als Folge treten kolikartige Schmerzen auf. Man kann versuchen die Schmerzen mit geeigneten Abführmitteln zu lindern, die den Stuhl weich machen. Vorher muss aber mit Hilfe einer Darmspiegelung geklärt werden, ob kein anderer Grund für den verengten Darm besteht.

Prognose
Die Divertikel bleiben lebenslang, meist ohne Beschwerden, bestehen. Nur 10% der Divertikel führen zu Beschwerden. Bei einem kleinen Teil der Patienten kommt es zu einer Entzündung. Etwa jeder vierte dieser Patienten kann nach erfolgreicher Behandlung einen Rückfall der Entzündung haben. Bei sehr häufigen und schweren Entzündungsschüben muss die Operation erwogen werden. Die Notwendigkeit eines solchen Eingriffes, der heute oft mittels Schlüssellochchirurgie (Laparoskopie) durchgeführt werden kann, sollte aber gut überlegt sein und mit einem Bauchchirurgen geplant werden. Eine Notoperation bei einer Divertikelperforation (Einriss der Divertikelwand) ist eher selten und sollte möglichst vermieden werden. Bei dem chirurgischen Eingriff wird das divertikeltragende Darmsegment (in der Regel Colon Sigmoideum im linken Unterbauch) entfernt.

Ernährung bei Divertikulose
Mit einer faserreichen Ernährung lassen sich Stuhlgangbeschwerden und Bauchschmerzen, die bei der Divertikelkrankheit auftreten, günstig beeinflussen. Die Divertikel bilden sich jedoch nicht zurück.

Die Zugabe von mehr Nahrungsfasern(Ballaststoffen) sollte schrittweise erfolgen. Dabei muss auf eine genügende Flüssigkeitszufuhr (1.5 bis 2 Liter pro Tag) geachtet werden. Es können anfänglich durch die faserreichere Ernährung gelegentlich vermehrt Blähungen auftreten.
Eine einfache erste und auch präventive Ernährungsumstellung kann z.B. durch die Zugabe von 1-2 Esslöffel Kleie z.B. zum Frühstück in ein Müesli oder Joghurt erfolgen.
Generell umfasst eine ballaststoffreiche Ernährung viel Gemüse, Salat, Obst und Vollkornprodukte.

Reizdarmsyndrom (RDS)

Reizdarmsyndrom (RDS)
Ein sehr häufiges Krankheitsbild in der industrialisierten Welt (10-15 % der Bevölkerung) ist das sog. Reizdarmsyndrom (RDS), von den symptomatischen Patienten sucht geschätzt nur jeder 2. einen Arzt auf.

Typische Symptome des Verdauungstraktes sind:

  • Abdominale Schmerzen (Bauchschmerzen) und Völlegefühl
  • Durchfall oder Verstopfung – häufig auch im Wechsel
  • Gefühl einer inkompletten Darmentleerung
  • Blähungen häufig auch sehr schmerzhaft
  • abdominale Symptome treten in Zusammenhang mit der Nahrungsaufnahme auf
  • Unverträglichkeiten von Nahrungsmitteln

Häufig klagen die Reizdarmsyndrompatienten begleitend noch über nicht Verdauungstrakt bezogene Symptome wie: Kopfschmerzen, Schlafstörungen, depressive Verstimmungen, Angststörungen oder auch Rücken- und Gelenkbeschwerden.
Die Ausprägung und Intensität der Symptome werden direkt oder auch indirekt häufig von psychischen Faktoren beeinflusst, zudem ist die Wahrnehmung der Beschwerden und ihre persönlichen Konsequenzen (Umstellung der Lebensgewohnheiten, Meidung von Belastungsreaktionen) von Patient zu Patient sehr unterschiedlich. Das Reizdarmsyndrom ist sicher keine eingebildete Krankheit bzw. eine psychiatrische Erkrankung.
Auch wenn die Ursache des Reizdarmsyndroms bisher nicht vollständig geklärt werden konnte, dürfte doch ein Zusammenspiel multipler Faktoren entscheidend für die Manifestation dieser Erkrankung sein. Die Häufung funktioneller Magen-Darm-Erkrankungen in Familien weist zudem auf genetische Faktoren hin.
„Nach dem derzeitigen Wissenstand dürften Interaktionen zwischen erhöhter Sensitivität der Verdauungsorgane, gestörter Motilität (Darmbewegungsstörungen) und einer verminderten Barrierefunktion (z.B. Darmbakterien, Abbauprodukte verschiedenster Lebensmittel, Darmgase, mechanische und chemische Reizungen) die entscheidende pathogenetische (krankmachende) Rolle spielen“, so Prof. Andreas Stallmach, Jena.
Häufig finden sich in der Darmschleimhaut sog. inflammatorische (entzündliche) Veränderungen, dies scheint die Erklärung zu sein, warum die Symptome des Reizdarmsyndromes sich häufig im Anschluss an eine Darminfektion manifestieren.
Die Lebensweise (insbesondere die Ernährungsgewohnheiten) beeinflusst die Symptomatik des Reizdarmsyndroms nur in einem beschränktem Umfang, die Erkrankung wird nicht durch eine ungesunde Lebensweise – übermäßiger Alkhol-,Nikotin-, Kaffeekonsum – verursacht.
In jedem Dickdarm (Colon) finden sich Milliarden Bakterien und auch Pilze (inkl. Candida), diese Bakterien helfen die zugeführten Nahrungsmittel zu verdauen. Krankmachende Darmbakterien sind vom Arzt einfach durch Stuhluntersuchungen nachzuweisen. Auch ohne Antibiotika besitzt der gesunde Darm eine hohe Selbstheilungskraft. Ein gesicherter Zusammenhang zwischen der Menge an bestimmten nicht krankmachenden Darmkeimen (physiologische Darmflora), der Pilzmenge im Stuhl und dem Reizdarmsyndrom besteht nicht.
Das Reizdarmsyndrom ist keine Verlegenheitsdiagnose sondern kann erst nach präziser Ausschlussdiagnostik gestellt werden. Ein erhöhtes kolorektales Karzinomrisiko besteht nicht.

Basisdiagnostik bei Verdacht auf Reizdarmsyndrom:

  • Ausführliche Anamnese incl. Stuhlverhalten und Symptommuster
  • Körperliche Untersuchung
  • Die minimalste Labordiagnostik sollte ein Blutbild, Leberwerte, TSH-basal, BSG,CRP, Stuhl auf okkultes Blut und ein Urinstatus umfassen
    Stuhl auf pathogene Keime insbesondere bei Durchfall
  • Abdomensonographie
  • Koloskopie mit Biopsie-(Gewebe-) entnahme immer ab dem 50-zigsten Lebensjahr, in jüngeren Jahren je nach Familienanamnese, der Symptomatik und den erhobenen Befunden z.B. Eisenmangel.
  • Eine Magenspiegelung incl. tiefer Duodenalbiopsie kann bei der Ausschlussdiagnostik hilfreich sein z.B. Helicobacter pylori, Autoimmungastritis, Sprue oder Lambliennachweis (Parasiten)
    Funktionsdiagnostik H2-Atemteste Laktose und Fruktose

Liegt eine Unverträglichkeit bestimmter Nahrungsmittel mit vermehrter Gasbildung vor, wird der Arzt durch geeignete Untersuchungen (z.B. Atemteste) diese nachweisen oder ausschließen.

Die medikamentöse Therapie muss symptomorientiert erfolgen, kein bis heute verfügbares Medikament bewirkt eine Heilung des Reizdarmsyndroms, verschiedenste Medikamente sind in der Lage, eine Besserung der Symptomatik zu erzielen.

Reizdarmsyndrom-symptom-tab

Psychotherapeutische Verfahren sind vor allem bei Patienten aussichtsreich, bei denen psychosoziale Belastungen an der Entstehung und Aufrechterhaltung der Symptomatik beteiligt sind. Die psychiatrische Mitbetreuung sollte in die gastroenterologische Behandlungsführung gut integriert sein, wichtig ist eine stabile Arzt / Patientenbeziehung.

Hinweise für Patienten
http://www.reizdarmselbsthilfe.de/

Dt. Reizdarmselbsthilfe e.V.
Gemeinnütziger Verein
Postfach 70 02 18
60552 Frankfurt am Main
Tel: 01805 / 896106
Fax: 069-71377886
E-Mail: info@reizdarmselbsthilfe.de

Umfassende Literatur insbesondere für Ärzte:
Layer P et al. S3-Leitlinie Reizdarmsyndrom: Definition, Pathophysiologie, Diagnostik und Therapie. Gemeinsame Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Verdauungs und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) und der Deutschen Gesellschaft für Neurogastroenterologie und Motilität (DGNM) Z Gastroenterol 2011; 49: 237-293

www.dgvs.de (Leitlinien der DGVS – Reizdarm)

Glutensensitive Enteropathie (Zöliakie,Sprue)

Die Glutensensitive Enteropathie ist eine in unserem Krankengut relativ häufig vorkommende Erkrankung. Die Inzidenz wird mit 1 auf 500 pro Einwohner in Europa geschätzt. Es gibt eine familiäre Häufung.

Ätiologisch handelt es sich bei der Erkrankung um eine Unverträglichkeitsreaktion gegenüber der Gliadinfraktion des Gluten, eines Getreideproteins, bei genetisch entsprechend disponierten Personen. Die Erkrankung ist assoziiert mit bestimmten HLA-Typen, so z. B. HLA-DQ2. Die Gewebstransglutaminase ist das Autoantigen der antiendomysialen Antikörper und kann für die Diagnosesicherung in der Antikörpertestung genutzt werden.

Die klinischen Beschwerden der Glutensensitiven Enteropathie werden in 4 Gruppen eingeteilt. Zunächst die klassische, aktive Zöliakie, die durch Durchfälle, Gewichtsverlust und Zeichen des Malabsorptionssyndroms als Folge der chronischen Dünndarmentzündung gekennzeichnet ist. Es gibt atypische Verläufe von Zöliakie-Erkrankungen, bei denen gastrointestinale Symptome fehlen können. Hierzu gehört die Dermatitis herpetiformis Duhring. Drittens kommen asymptomatische Sprue-Patienten vor, bei denen ein positiver Antikörpernachweis und eine pathologische Dünndarmbiopsie ohne entsprechende Krankheitssymptome vorliegen. Eine potentielle Sprue wird dann angenommen, wenn ein Antikörpertest positiv ist, die Histologie der Duodenalbiopsie aber keine Sprue-typischen entzündlichen Veränderungen nachweist. Dies ist insbesondere bei Familienangehörigen von an Sprue erkrankten zu beobachten. Als Komplikation werden eine sekundäre Laktoseintoleranz aufgrund eines Laktasemangels und ein T-Zelllymphom des Dünndarms beschrieben.
Die Laborveränderungen beinhalten einen Nachweis von IgA-Endomysium-Antikörpern sowie IgA-Transglutaminase-Antikörpern, die als spezifischster Antikörpertest angesehen werden. Häufig sind auch leichte Transaminasenerhöhungen und auch Lipaseerhöhungen bei betroffenen Patienten vorhanden. Bereits als Komplikation zu werten, ist das Auftreten einer Eisenmangelanämie. Im Ultraschall finden sich häufig keine typischen Befunde, gelegentlich können bei ausgeprägten Dünndarmentzündungen vermehrte Flüssigkeitsfüllung einzelner Dünndarmschlingen mit verdickter Darmwand und vor- und rückwärtsgerichteter Peristaltik nachgewiesen werden.

Die Diagnose der Zöliakie erfolgt durch die histologische Untersuchung einer Dünndarmbiopsie mit Nachweis einer Zottenatrophie und Vermehrung intraepithelialer Lymphozyten wobei der IEL-Quotient > 40 pro 100 Epithelzellen sein sollte und dem positiven Nachweis von Anti-Transglutaminase-Antikörpern. Im Verlauf gehört eine Besserung der klinischen Beschwerden unter glutenfreier Diät zur Diagnosesicherung. Sollte die Diagnose unsicher sein, empfehlen wir die Durchführung einer Kontrollgastroskopie mit entsprechender Biopsie unter glutenfreier Ernährung gefolgt von einem Glutenbelastungstest mit nochmaliger Biopsie.

Die Behandlung der Erkrankung besteht in einer Diät. Es sollte eine konsequente, glutenfreie Diät eingehalten werden. Eine entsprechende Diätberatung, ist zu empfehlen. Eine Überweisung an eine entsprechende Fachabteilung (Ökotrophologie) erfolgt regelmäßig.
Die Prognose der Erkrankung ist unter diätetischer Therapie gut. Die klinischen Beschwerden sind meist vollständig rückläufig. Auch das Lymphomrisiko kann durch eine konsequente diätetische Therapie vermindert werden.

Informationen zur Ernährung bei Zoeliakie

Laktasemangel

Eine der Domänen für die Anwendung des H2-Atemtests ist die Erfassung einer Laktosemalabsorption, d.h. eines relativen Mangels des in der Dünndarmmukosa vorhandenen Laktose- (Disaccharid aus Glukose-Galaktose) spaltenden Enzyms Laktase.
Gelegentlich wird der Begriff Laktoseintoleranz benutzt, wenn eine nachgewiesene Laktosemalabsorption auch mit Beschwerden einher geht (Meteorismus, Flatulenz, im ausgeprägtesten Fall Diarrhö).
Verglichen mit bioptisch ermittelten Enzymwerten (Laktaseaktivität in der Dünndarmmukosa) wurden Sensitivität und Spezifität von je 100% für den H2-Atemtest ermittelt; der orale Laktosetoleranztest (mit Glukosebestimmung im Serum) zeigte nur eine Sensitivität von 76% und eine Spezifität von 96% .
Ursache einer Laktosemalabsorption ist selten im Kindesalter eine Alaktasie, d. h. ein vollständiges Fehlen der Laktase (Symptome bei der ersten Milchfütterung).
Außerhalb des Säuglingsalters ist beim pathologischen Laktosetoleranztest eine ätiologische Differenzierung erforderlich.
Eine erniedrigte Laktaseaktivität tritt bei etwa 10-15% der erwachsenen Europäer auf, sie ist genetisch bedingt und manifestiert sich zwischen dem 2. und 15. Lebensjahr – dementsprechend wird Milch im Säuglings- und Kindesalter problemlos toleriert.
Außerhalb Europas ist diese Form des genetisch bedingten Laktasemangels mit Milchunverträglichkeit ab dem Jugendalter die Regel, in manchen Regionen der Erde bei bis zu 100% der Bevölkerung, analog der bei den meisten Säugetierarten nach Abschluß der Säugeperiode sistierenden Laktaseaktivität.

Bauchspeicheldrüsenentzündung - Pankreatitis

Bei der Pankreatitis handelt es sich um entzündliche Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse. Man unterscheidet zwei Formen:

  • akute Pankreatitis
  • chronische / chronisch rezidivierende Pankreatitis

Aktute Pankreatitis
Die akute Pankreatitis wird durch eine plötzlich einsetzende Selbstverdauung (Autodigestion) der Bauchspeicheldrüse ausgelöst, die auf eine Aktivierung von inaktiven Verdauungsenzymen zurückzuführen ist. Es ist eine sehr schmerzhafte und schwere Erkrankung, die stationär behandelt werden muss.
Unterschieden wird zwischen einer ödematösen (Ansammlung von Wasser) und einer hämorrhagisch-nekrotisierenden (Blutungen, lokaler Gewebstod) Verlaufsform. Bei der ödematösen Form treten in der Regel keine Komplikationen auf. Die hämorrhagisch-nekrotisierende Verlaufsform kann hingegen mit einer hohen Sterblichkeit einhergehen.

Auslöser
Hauptursachen für eine akute Pankreatitis sind vor allem Alkoholmissbrauch und Gallenerkrankungen. Bei Kindern kann eine akute Pankreatitis außerdem durch virale Erkrankungen ausgelöst werden.

Symptome
In erster Linie treten plötzlich schwere Oberbauchschmerzen auf. Weitere auftretende Symptome und ihre Stärke sind vom Ausmaß der Bauchspeicheldrüsen-Zerstörung abhängig.

  • Blutdruckabfall
  • Darmlähmung (Ileus)
  • Beeinträchtigung der Nierenfunktion
  • Erhöhung des Blutzuckers (ein Diabetes in Folge einer akuten Pankreatitis ist jedoch selten)
  • erhöhte Serumkonzentrationen der Pankreasenzyme Amylase und Lipase
  • Wasseransammlungen (Ödeme)
  • Austreten von Flüssigkeiten (Exsudationen)
  • Fettgewebsnekrosen

Chronische Pankreatitis
Im Rahmen einer chronischen Pankreatitis kommt es zu einer Zerstörung des Drüsenapparats der Bauchspeicheldrüse. Dies äußert sich sowohl in einer fehlenden Sekretion von Verdauungsenzymen (exokrine Funktion), als auch in der unzureichenden Produktion von Bauchspeicheldrüsenhormonen wie z.B. dem Insulin (endokrine Funktion).

Ursachen
Bei Erwachsenen sind wie auch bei der akuten Pankreatitis Alkoholmissbrauch und Gallenerkrankungen die häufigste Ursache. Zusätzlich kann die chronische Pankreatitis auch durch Mangelernährung (Malnutrition) ausgelöst werden. Bei Kindern ist meist eine Mukoviszidose die Ursache.

Symptome
Die chronische Pankreatitis ist im Anfangsstadium meist symptomlos. Oberbauchschmerzen wie bei der akuten Verlaufsform treten vereinzelt auf. Mit zunehmender Zerstörung des Drüsenapparats kommt es zu einer diabetischen Stoffwechsellage und Verdauungsstörungen, in deren Folge es zu

  • Gewichtsabnahme
  • Fettstuhl (Steatorrhö)
  • Durchfall
  • Meteorismus (verstärkte Blähungen)

kommen kann.

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Ernährungstherapie bei akuter bzw. chronischer Pankreatitis
(Bauchspeicheldrüsenentzündung)
Ernährungstherapie bei akuter Pankreatitis
Bei einer Pankreatitis sollte zur Behandlung eine Ruhigstellung des Organs erfolgen. Dies wird am besten durch Nahrungskarenz erreicht. Die Wiedereinführung der Nahrung erfolgt durch einen Stufenplan:

  • Stufe 1: Nahrungskarenz; keine orale Nährstoff- und Flüssigkeitszufuhr
  • Stufe 2: Kohlenhydrate; gesüßter Tee, Zwieback, Schleimsuppe
  • Stufe 3: fettarmes Protein; Magermilchprodukte, Weißbrot, Fleisch und Fisch (fettarm)
  • Stufe 4: Ballaststoffe; ballaststoffreiche Lebensmittel, Kartoffeln, Gemüse, größere Portionen
  • Stufe 5: Fettzulage in kleinen Portionen; Käse und Milch (fettarm), Ei, Fleisch und Fisch
  • Stufe 6: leichte Vollkost; Vollkornprodukte, keine Rohkost, keine blähenden Gemüse und Hülsenfrüchte; 6 – 8 kleine Mahlzeiten, die schonend zubereitet sein sollten: Garen und Dünsten, Braten mit wenig Fett

Nach dem Abklingen der Symptome wird in der Regel eine sogenannte leichte Vollkost verordnet. Das bedeutet, dass der Patient alles das essen kann, was er individuell verträgt. Möglichst verzichtet werden sollte möglichst auf Alkohol.

Ernährungstherapie bei chronischer Pankreatitis
Bei einer chronischen Pankreatitis sollte die Nahrung leicht verdaulich, reich an Kohlenhydraten und fettarm sein. Schwer verdauliche Speisen sind zu meiden.Häufig werden mehrere kleine Mahlzeiten besser vertragen als wenige voluminöse.
Wenn trotz Reduktion der Fettzufuhr Fettstühle auftreten, kann der Einsatz von Spezialfetten (Mittelkettige Fettsäuren, MCT) angezeigt sein. Auf eine ausreichende Versorgung mit fettlöslichen Vitaminen (A, D, E und K) ist zu achten. Weiterhin wird eine lebenslange Alkoholkarenz gefordert.

Die Durchführung des Stufenplans bzw. der Ernährung bei chronischer Pankreatitis sollte stets mit einem Arzt oder evtl. einer Ernährungsfachkraft abgesprochen werden.

Informationen zur Ernährung bei Pankreatitis / Bauchspeicheldrüsenentzündung